Ärgerlich!? Neuronale Korrelate der Verhaltenshemmung auf emotionale Signale. Sozial-emotionale Probleme bei der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

A. Köchel & A. Schienle (2012)

Psychotherapeut 57(3), 213-218

Zusammenfassung

Psychotherapeutische Interventionen bei der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zielen primär auf die 3 Hauptsymptomgruppen der Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität, die für dieses Störungsbild charakteristisch sind. Auffällig sind jedoch auch Schwierigkeiten im sozial-emotionalen Bereich. Konflikte mit Eltern und Partnern, Zurückweisungen durch Gleichaltrige und wenige Freundschaften werden von den Betroffenen im Alltag häufig als sehr belastend erlebt. Neurowissenschaftliche Studien weisen auf ein Defizit im Erkennen von Emotionen des Gegenübers, das bei Kindern und auch bei Erwachsenen mit ADHS insbesondere bei Ärger stark ausgeprägt ist. Darüber hinaus können die Patienten mimische Ärgersignale anderer Personen weniger gut nutzen, um eigenes Verhalten zu regulieren bzw. zu hemmen. Neue Therapiebausteine sind gefordert, um diese Defizite gezielt zu behandeln. Diskutiert werden Möglichkeiten, wie neurowissenschaftliche Methoden dazu beitragen können, effizientere therapeutische Interventionen zu entwickeln.

Kategorien: ADHS Allgemein

Schlagwörter: ADHS, Emotionen, Selbstregulation

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