Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS): Stützt neue Forschung alte Konzepte?

L. M. Furman (2008)

Journal of Child Neurology 23(7), 775-784

Zusammenfassung

Ziel: Untersuchung der Evidenz für und gegen die Klassifikation der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) als valide Krankheitseinheit gemäß den Kriterien des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, Fourth Edition (DSM-IV). Datenquellen: Zu den Quellen gehörte unter anderem über PubMed zugängliche veröffentlichte Literatur zu ADHS. Studienauswahl: Verwendet wurden peer-reviewte Forschung, Übersichtsarbeiten, Konsensuspapiere, „White Papers“ und Tagungsberichte von Fachgesellschaften. Datenextraktion: Schwerpunkt waren Evidenzbasis und wissenschaftliche Validität der Schlussfolgerungen. Datensynthese: Die Evidenz für eine genetische oder neuroanatomische Ursache der ADHS ist unzureichend. Experimentelle Arbeiten zeigen, dass Defizite exekutiver Funktionen ADHS nicht erklären. Die psychometrischen Eigenschaften weit verbreiteter ADHS-Beurteilungsskalen erfüllen nicht die Standards, die für die Identifikation einer Krankheit zu erwarten wären. Schlussfolgerungen: Es ist unwahrscheinlich, dass ADHS als eindeutig identifizierbare Krankheit existiert. Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität sind Symptome zahlreicher zugrunde liegender behandelbarer medizinischer, emotionaler und psychosozialer Erkrankungen bzw. Bedingungen bei Kindern.

Kategorien: ADHS Allgemein

Schlagwörter: ADHS, Diagnostik, Kinder

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