Entwicklung von ICF-Kernsets zur Standardisierung der Beurteilung von Funktionsfähigkeit und Beeinträchtigung bei ADHS: der Weg nach vorn
Sven Bölte, Elles Schipper, Martin Holtmann, Sunil Karande, Petrus J de Vries, Melissa Selb, Rosemary Tannock (2014)
European Child & Adolescent Psychiatry 23(12), 1139-1148
Zusammenfassung
In der Erforschung von Gesundheit und Lebensqualität bei Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist die Erfassung der Funktionsfähigkeit von zentraler Bedeutung. Die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) bietet einen umfassenden, international anerkannten Rahmen zur Beschreibung der Funktionsfähigkeit im Zusammenhang mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen. In diesem Beitrag beschreiben die Autoren die Entwicklung von ICF-Kernsets für ADHS. ICF-Kernsets sind Untergruppen von ICF-Kategorien, die so ausgewählt wurden, dass sie die Funktionsaspekte erfassen, die bei spezifischen Störungen am ehesten beeinträchtigt sind. Die in die ICF-Kernsets für ADHS aufzunehmenden ICF-Kategorien werden auf einer ICF-Kernset-Konsensuskonferenz festgelegt. Dabei werden die Ergebnisse von vier Vorstudien (einer systematischen Übersichtsarbeit, einer Expertenbefragung, einer qualitativen Studie mit Patienten und Angehörigen sowie einer klinischen Querschnittsstudie) integriert. Ziel der Entwicklung umfassender und kurzer ICF-Kernsets für ADHS ist es, nützliche Standards für Forschung und klinische Praxis bereitzustellen und eine gemeinsame Sprache für die Beschreibung der Funktionsfähigkeit bei ADHS in verschiedenen Lebensbereichen und über die gesamte Lebensspanne hinweg zu schaffen.
Kategorien: Diagnostik
Schlagwörter: ADHS, Diagnostik, Hyperaktivität, Lebensqualität, Metaanalyse
