Pharmakotherapie der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung reduziert das Risiko für Substanzkonsumstörungen
J. Biederman et al. (2012)
http://pediatrics.aappublications.org/content/104/2/e20.full.html
Zusammenfassung
Ziel. Untersuchung des Risikos für Substanzkonsumstörungen (SUD) in Zusammenhang mit früherer Exposition gegenüber Psychopharmaka in einer Längsschnittstudie an Jungen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Methoden. Die kumulative Inzidenz von SUD im Verlauf der Adoleszenz wurde bei 56 medikamentös behandelten Probanden mit ADHS, 19 nicht medikamentös behandelten Probanden mit ADHS und 137 Kontrollpersonen ohne ADHS verglichen. Ergebnisse. Nicht medikamentös behandelte Probanden mit ADHS hatten bei der Nachuntersuchung gegenüber Kontrollen ohne ADHS ein signifikant erhöhtes Risiko für irgendeine SUD (adjustierte OR: 6,3 [1,8–21,6]). Probanden mit ADHS, die zu Studienbeginn medikamentös behandelt wurden, hatten bei der Nachuntersuchung gegenüber unbehandelten Probanden mit ADHS ein signifikant reduziertes Risiko für eine SUD (adjustierte OR: 0,15 [0,04–0,6]). Für jeden untersuchten SUD-Subtyp war die Richtung des Effekts einer Pharmakotherapie ähnlich wie für die Kategorie irgendeiner SUD. Schlussfolgerungen. In Übereinstimmung mit Befunden zu unbehandelter ADHS bei Erwachsenen war unbehandelte ADHS ein signifikanter Risikofaktor für SUD im Jugendalter. Demgegenüber war Pharmakotherapie bei Jugendlichen mit ADHS mit einer Verringerung des SUD-Risikos um 85 % verbunden.
Kategorien: Sucht
Schlagwörter: ADHS, Pharmakotherapie, ADHS im Erwachsenenalter
