Unterschiede psychiatrischer Komorbidität bei klinisch überwiesenen Kindern und Jugendlichen mit ADHS nach Subtyp und Geschlecht
A. Ghanizadeh (2009)
Journal of Child Neurology 24(6), 679-684
Zusammenfassung
Zu Geschlecht und Prävalenz komorbider psychiatrischer Störungen bei verschiedenen Subtypen der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) liegen widersprüchliche oder sogar gegensätzliche Befunde vor. Die Teilnehmenden waren Kinder mit ADHS. Geschlecht, ADHS-Subtyp und Interaktionseffekte wurden mittels logistischer Regression untersucht. Von 171 Kindern gehörten 73 (42,7 %) dem kombinierten Subtyp an, 45 (26,3 %) dem unaufmerksamen und 52 (31,0 %) dem hyperaktiv-impulsiven Subtyp. Die Prävalenz der ADHS-Subtypen unterschied sich nicht zwischen den Geschlechtern. Es bestand kein signifikanter Interaktionseffekt von Geschlecht und Subtyp auf das Alter der Kinder. Diese Studie liefert hinsichtlich Komorbidität keine Evidenz dafür, ADHS-Subtypen als eigenständige klinische Entitäten zu betrachten. Der Zusammenhang zwischen ADHS-Subtypen und psychiatrischen Störungen im Iran unterscheidet sich teilweise von Befunden aus Studien westlicher Kulturen und ähnelt stärker den Ergebnissen anderer asiatischer Länder.
Kategorien: Komorbiditäten
Schlagwörter: ADHS, Subtypen, Komorbidität, Geschlecht
