"Schwierige Kinder" von Anfang an? Aufmerksamkeitsprobleme als Risikofaktor für die Schulfähigkeit
K. Schuchardt, D. Grube & C. Mähler (2013)
Kindheit und Entwicklung 22(4), 217-223
Zusammenfassung
Bereits im Vorschulalter fallen viele Kinder durch Auffälligkeiten in der Aufmerksamkeitssteuerung und durch Hyperaktivität und Impulsivität auf.Während im Schulalter eine hohe Komorbidität von ADHS mit Lernstörungen und Störungen des Sozialverhaltens besteht, ist wenig darüber bekannt, ob bereits vor Schuleintritt das Risiko einer solchen Entwicklung vorherzusehen ist. So stellt sich die Frage, ob im Vorschulalter Aufmerksamkeitsprobleme mit defizitären schulrelevanten Vorläuferkompetenzen (numerische Kompetenzen, phonologische Bewusstheit, Arbeitsgedächtnis und schneller Abruf aus dem Langzeitgedächtnis) und Problemen in der sozial-emotionalen Entwicklung einhergehen. In einem längsschnittlichen Design wurde eine Gruppe von 21 Kindern, die von Erzieherinnen als Risikokinder für ADHS klassifiziert wurden, mit einer bezüglich der non-verbalen Intelligenz und des Alters parallelisierten Kontrollgruppe unauffälliger Kinder hinsichtlich schulischer Vorläuferkompetenzen, sozial-emotionaler Entwicklung und Schulfähigkeit verglichen. Die Ergebnisse machen deutlich, dass die Risikokinder trotz unbeeinträchtigter Arbeitsgedächtniskapazität und Intelligenz Defizite in den übrigen untersuchten Fähigkeiten aufwiesen und von den Erzieherinnen deutlich seltener als schulfähig eingestuft wurden. Somit scheint schon vor Schuleintritt eine umfassende Gefährdung für den Schulerfolg zu bestehen.
Kategorien: ADHS bei Kindern
Schlagwörter: ADHS, Arbeitsgedächtnis, Komorbidität
