Arbeitsgedächtnis und Reaktionsinhibition als ein integraler Phänotyp der ADHS im Erwachsenenalter? Eine verhaltensbezogene und bildgebende Korrelationsstudie
Schecklmann et al. (2012)
Journal of Attention Disorders 17(6), 470-482
Zusammenfassung
Ziel: Es ist eine offene Frage, ob Arbeitsgedächtnis (WM) und Reaktionsinhibition (RI) bei der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) einen gemeinsamen integralen Phänotyp darstellen.
Methode: Die Autoren untersuchten 45 erwachsene ADHS-Patienten und 41 hinsichtlich Alter, Geschlecht, Intelligenz und Bildung vergleichbare Kontrollpersonen bei einer Buchstaben-n-back-Aufgabe und einer Stop-Signal-Aufgabe und maßen die präfrontale Oxygenierung mittels funktioneller Nahinfrarotspektroskopie.
Ergebnisse: Im Vergleich zu den Kontrollen replizierten die Autoren bei den Patienten sowohl Verhaltens- als auch kortikale Aktivierungsdefizite in beiden Aufgaben und auch bei der Leistung in beiden Kontrollbedingungen. In der Patientengruppe korrelierte die 2-back-Leistung mit der Stop-Signal-Reaktionszeit. Diese Korrelation schien nicht spezifisch für WM und RI zu sein, da die 1-back-Leistung mit der Go-Reaktionszeit korrelierte. Zwischen WM und RI fanden sich keine signifikanten Korrelationen der präfrontalen Oxygenierung.
Schlussfolgerung: Die Befunde unterstützen nicht die Hypothese, dass WM und RI einen durch den präfrontalen Kortex vermittelten integralen ADHS-Phänotyp darstellen. (J. of Att. Dis. 2011; XX(X) 1-XX)
Kategorien: ADHS bei Erwachsenen
Schlagwörter: ADHS, Impulsivität, ADHS im Erwachsenenalter
