Zusammenhang zwischen Aufmerksamkeitsdefiziten und Lese-Rechtschreibschwäche

A. Ruland, K. Willmes & T. Günther (2012)

Kindheit und Entwicklung 21(1), 57-63

Zusammenfassung

Neben anderen Voraussetzungen sind beim Lese- und Rechtschreiberwerb Aufmerksamkeitsprozesse essentiell. In der vorliegenden Studie wurde modellorientiert erfasst, in welchen Teilkomponenten der Aufmerksamkeit Kinder mit einer Lese- Rechtschreibstörung (LRS) auffällig sind. Dazu wurden 32 Kinder mit einer LRS aus dem dritten und vierten Schuljahr mit 31 Kontrollkindern verglichen. Alle Kinder führten computergestützte Aufmerksamkeitsaufgaben durch, mit denen Intensitätsaspekte, Selektivitätsaspekte, Kontrollfunktionen und räumliche Ausrichtung der Aufmerksamkeit überprüft wurden. Es zeigte sich, dass Defizite im Lesen und Schreiben mit Leistungen im Bereich der Aufmerksamkeit korrelieren. Im Vergleich zur Kontrollgruppe konnten Defizite für Intensitätsaspekte der Aufmerksamkeit, räumliche Aufmerksamkeitsaspekte und kontrollierende Aufmerksamkeitsfunktionen festgestellt werden. Schlussfolgernd sprechen die Ergebnisse dafür, dass eine LRS mit Defiziten in der Aufmerksamkeit assoziiert ist.

Kategorien: Teilleistungsstörungen

Schlagwörter: Lese-Rechtschreibstörung, Aufmerksamkeit, Neuropsychologie

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