Zur Psychotherapie sozialer Ängste
U. Willutzki, T. Teismann, D. Schulte (2011)
Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie 40(1), 53-58
Zusammenfassung
Theoretischer Hintergrund: Obwohl bekannt ist, dass Soziale Angststörungen mit geringem Wohlbefinden assoziiert sind, gibt es nur wenige Studien zur Auswirkung symptombezogener Behandlungen auf die Verbesserung des Wohlbefindens. Fragestellung: Inwieweit verbessert sich durch eine Psychotherapie das Wohlbefinden von Patienten mit sozialen Ängsten? Trägt ein kombiniert ressourcenorientiertes therapeutisches Vorgehen (KROT) stärker zur Verbesserung des Wohlbefindens bei als ein fokal kognitiv-verhaltenstherapeutisches Therapieangebot (KVT)? Methode: In einer randomisiert-kontrollierten Studie zur Psychotherapie sozialer Ängste (N = 62) wurde mittels abhängiger Varianzanalysen die Auswirkung einer KVT- und einer KROT-Behandlung auf Optimismus, Kohärenzgefühl, Selbstakzeptierung und Lebenszufriedenheit untersucht. Ergebnisse: Insgesamt kam es in beiden Behandlungsbedingungen zu einer signifikanten Zunahme von Optimismus, Selbstakzeptanz und Kohärenzempfinden sowie einer Abnahme von Pessimismus. Die Lebenszufriedenheit wurde durch die KROT-Behandlung in stärkerem Maße gefördert als durch die KVT-Behandlung. Schlussfolgerungen: Störungsspezifische Behandlungskonzepte scheinen nicht ausschließlich symptombezogene Verbesserungen zu erzielen, sondern darüber hinaus Wohlbefinden zu fördern.
Kategorien: Angststörungen, Therapie
Schlagwörter: Wohlbefinden, Lebenszufriedenheit, Soziale Phobie, Ressourcenorientierung, Kognitive Verhaltenstherapie
