ADHS im Lehrerurteil - Ein Vergleich von Klinik- und normstichprobe anhand der Conners-Skalen

M. Huss et al. (2002)

Kindheit und Entwicklung 11(2), 90-97

Zusammenfassung

Die Conners-Rating-Skalen (CRS) stellen das in der ADHS-Diagnostik am häufigsten eingesetzte Fragebogenverfahren dar. In deutlichem Kontrast zu der Verbreitung der CRS steht der empirische Kenntnisstand über deren Gütekriterien. Angesichts fehlender Normdaten wurden im deutschen Sprachraum bislang nur US-amerikanische Normen eingesetzt. Ob damit möglicherweise systematische Klassifikationsfehler begangen wurden, ist nicht bekannt. Die Studie analysiert die Verhaltenseinschätzung der Lehrer für 994 kinderpsychiatrische Patienten sowie für 424 gesunde Probanden und setzt diese mit den US-amerikanischen Werten in Beziehung. Dabei zeigen sich in Abhängigkeit von der jeweiligen Skala zum Teil deutliche Abweichungen zwischen deutschen und US-amerikanischen Normen. Die stärksten Abweichungen finden sich in der Betragensskala. Die Skala für Hyperaktivität/Impulsivität weicht mäßig AB. Die Aufmerksamkeitsskala ist hingegen über die Altersgruppen hinweg nahezu identisch. Bei einem Vergleich von Klinik- und Normstichprobe ergeben sich in der ROC-Analyse die schlechtesten Trennwerte für die Betragensskala. Mit den Skalen für Hyperaktivität/Impulsivität sowie für Aufmerksamkeit lassen sich die Stichproben deutlich besser trennen.

Kategorien: ADHS bei Kindern, Diagnostik

Schlagwörter: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen, Conners-Lehrer-Fragebogen, interkultureller Vergleich, Normierung

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