Behandlungsansprechen und Remission in einer doppelblinden, randomisierten direkten Vergleichsstudie von Lisdexamfetamindimesilat und Atomoxetin bei Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung
R. W. Dittmann et al. (2014)
CNS Drugs, -
Zusammenfassung
Ziele: Ein sekundäres Ziel dieser direkten Vergleichsstudie von Lisdexamfetamindimesilat (LDX) und Atomoxetin (ATX) war die Beurteilung der Behandlungsansprechraten bei Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und unzureichendem Ansprechen auf Methylphenidat (MPH). Die primären Ergebnisse zur Wirksamkeit und Sicherheit der Studie SPD489-317 (ClinicalTrials.gov NCT01106430) wurden bereits veröffentlicht.
Methoden: In dieser 9-wöchigen, doppelblinden, aktiv kontrollierten Studie wurden Patienten im Alter von 6–17 Jahren mit zuvor unzureichendem Ansprechen auf MPH randomisiert (1:1) einer dosisoptimierten Behandlung mit LDX (30, 50 oder 70 mg/Tag) oder ATX zugeteilt (Patienten 70 kg: 0,5–1,2 mg/kg/Tag, maximal 1,4 mg/kg/Tag; Patienten C70 kg: 40, 80 oder 100 mg/Tag). Das Behandlungsansprechen war ein sekundärer Wirksamkeitsendpunkt und wurde vorab als Verringerung des Gesamtwerts der ADHD Rating Scale IV (ADHD-RS-IV) gegenüber dem Ausgangswert um mindestens 25, 30 oder 50 % definiert. Ein anhaltendes Ansprechen wurde als Verringerung des ADHD-RS-IV-Gesamtwerts gegenüber dem Ausgangswert (C25, C30 oder C50 %) oder als Wert von 1 oder 2 auf der Clinical Global Impressions (CGI)-Improvement-Skala (CGI-I) über die Wochen 4–9 definiert. Zusätzlich wurden CGI-Severity-Werte (CGI-S) als Indikator für eine Remission erfasst.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 267 Patienten eingeschlossen (LDX, n = 133; ATX, n = 134), 200 schlossen die Studie ab (LDX, n = 99; ATX, n = 101). Bis Woche 9 erfüllten signifikant (p,01) größere Anteile der mit LDX behandelten Patienten als der mit ATX behandelten Patienten die Ansprechkriterien einer Verringerung des ADHD-RS-IV-Gesamtwerts gegenüber dem Ausgangswert um mindestens 25 % (90,5 vs. 76,7 %), 30 % (88,1 vs. 73,7 %) oder 50 % (73,0 vs. 50,4 %). Auch die Raten eines anhaltenden Ansprechens waren bei LDX-behandelten Patienten signifikant (p,05) höher (ADHD-RS-IV C25, 66,1 %; ADHD-RS-IV C30, 61,4 %; ADHD-RS-IV C50, 41,7 %; CGI-I, 52,0 %) als bei ATX-behandelten Patienten (ADHD-RS-IV C25, 51,1 %; ADHD-RS-IV C30, 47,4 %; ADHD-RS-IV C50, 23,7 %; CGI-I, 39,3 %). Schließlich hatten bis Woche 9 60,7 % der mit LDX und 46,3 % der mit ATX behandelten Patienten einen CGI-S-Wert von 1 (normal, überhaupt nicht krank) oder 2 (grenzwertig psychisch krank), und in der LDX-Gruppe erreichten größere Anteile der Patienten eine Verringerung um mindestens eine CGI-S-Kategorie gegenüber dem Ausgangswert.
Schlussfolgerungen: Sowohl die Behandlung mit LDX als auch mit ATX war bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS und zuvor unzureichendem Ansprechen auf MPH mit hohen Behandlungsansprechraten verbunden. Innerhalb der Studienbedingungen war LDX jedoch über alle untersuchten Ansprechkriterien hinweg mit signifikant höheren Behandlungsansprechraten als ATX verbunden. Darüber hinaus wiesen in der LDX-Gruppe größere Anteile der Patienten als in der ATX-Gruppe bis Woche 9 einen CGI-S-Wert von 1 oder 2 auf, was auf eine Symptomremission hinweist. Beide Behandlungen wurden im Allgemeinen gut vertragen; ihre Sicherheitsprofile entsprachen denjenigen früherer Studien.
Kategorien: Medikamente
Schlagwörter: ADHS, Behandlung, Lisdexamfetamindimesilat, Atomoxetin, LDX, ATX
