Erkennung vorgetäuschter Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Lara Tucha, Anselm B. M. Fuermaier, Janneke Koerts, Yvonne Groen, Johannes Thome (2014)

Journal of Neural Transmission

Zusammenfassung

In den letzten Jahren ist das Bewusstsein dafür gestiegen, dass Personen Symptome einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) absichtlich vortäuschen oder übertreiben können, um externe Vorteile zu erlangen, darunter Zugang zu Stimulanzien oder besondere akademische Nachteilsausgleiche. Eine unerkannte vorgetäuschte ADHS hat weitreichende Folgen, etwa erhebliche gesellschaftliche Kosten für unnötige Untersuchungen und Behandlungen, eine ungerechtfertigte Beanspruchung begrenzter medizinischer Ressourcen und eine Untergrabung des gesellschaftlichen Vertrauens in die Existenz der Störung oder die Wirksamkeit ihrer Behandlung. In Zeiten wirtschaftlicher Krisen und von Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen ist die Erkennung vorgetäuschter ADHS von Bedeutung. Diese Übersichtsarbeit beschreibt kurz die Forschung zu diesem Thema mit Schwerpunkt auf den verfügbaren Ansätzen zur Erkennung vorgetäuschter ADHS (d. h. Selbstbeurteilungsfragebögen, Persönlichkeitsinventare, kognitive Tests der routinemäßigen neuropsychologischen Diagnostik und speziell zur Erkennung vorgetäuschter kognitiver Funktionsstörungen entwickelte Tests). Für die Identifikation vorgetäuschter ADHS stehen vielversprechende Ansätze und Verfahren zur Verfügung, es besteht jedoch ein unmittelbarer Bedarf an weiterer Forschung.

Kategorien: ADHS Allgemein, Diagnostik

Schlagwörter: ADHS im Erwachsenenalter, Simulation, Anstrengung, Vortäuschung, Symptomvalidität

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