Mit dem menschlichen CLOCK-Gen assoziierte ADHS-bezogene Merkmale bei gesunden Erwachsenen: Quantitative Assoziationsstudie mit der Wender Utah Rating Scale

Seong Hoon Jeong, Je-Chun Yu, Chang Hwa Lee, Kyeong-Sook Choi, Jung-Eun Choi, Se Hyun Kim, Eun-Jeong (2013)

European Archives of Psychiatry and Clinical Neuroscience 264(1), 71-81

Zusammenfassung

Störungen des zirkadianen Rhythmus sind bei der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) sehr häufig. Kürzlich wurde in klinischen Stichproben ein Zusammenhang zwischen dem CLOCK-Gen und ADHS gezeigt, wobei angenommen wurde, dass die Rolle des CLOCK-Gens durch eine Rhythmusdysregulation vermittelt wird. Gleichzeitig wurde vorgeschlagen, ADHS als extremes Ende eines kontinuierlich verteilten Merkmals zu betrachten, das auch in der Allgemeinbevölkerung vorkommt. Daher untersuchten wir zwei Möglichkeiten: (1) Ein ADHS-bezogenes kontinuierliches Merkmal könnte mit dem CLOCK-Gen assoziiert sein, und (2) dieser Zusammenhang könnte durch das Ausmaß der Abendpräferenz einer Person vermittelt werden. Zur Prüfung dieser Möglichkeiten führten wir mit einer Stichprobe von 1289 gesunden Erwachsenen eine quantitative Trait-Locus-Assoziationsstudie durch. Zur Messung der quantitativen Merkmale wurden die Wender Utah Rating Scale (WURS) und die Composite Scale of Morningness (CSM) eingesetzt. Die quantitative Assoziationsanalyse erfolgte mit der Software PLINK. Wir fanden, dass rs1801260 (=T3111C) ausschließlich bei männlichen Teilnehmern sowohl in der allelweisen (p = 0,018) als auch in der haplotypweisen Analyse (p-Werte 0,0155–0,0171) mit WURS-Werten assoziiert war. Nach Kontrolle des CSM-Gesamtwerts als Kovariate änderte sich die Stärke des Zusammenhangs nicht, was darauf hindeutet, dass er nicht durch Abendpräferenz vermittelt wurde. Trotz des sehr schwachen Assoziationssignals liefern unsere Ergebnisse Hinweise darauf, dass sich der in klinischen Stichproben beobachtete Zusammenhang des CLOCK-Gens mit ADHS auf Merkmale in der Normalbevölkerung übertragen lassen könnte. Da unsere Ergebnisse jedoch keine vermittelnde Rolle der Abendpräferenz zeigten, sind weitere Untersuchungen erforderlich, um die Mechanismen zu identifizieren, über die das CLOCK-Gen ADHS-bezogene Merkmale bestimmt.

Kategorien: ADHS bei Erwachsenen, Komorbiditäten

Schlagwörter: Assoziationsstudie, Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, CLOCK-Gen, zirkadianer Rhythmus, Composite Scale of Morningness, Wender Utah Rating Scale

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