Kurze experimentelle Analyse von Lesedefiziten bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung
D. M. Fienup, K. Reyes-Giordano, K. Wolosik, A. Aghjayan, A. Chacko (2014)
Behavior Modification
Zusammenfassung
Leseschwierigkeiten treten bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) besonders häufig auf. Obwohl es mehrere empirisch gestützte Leseinterventionen für Kinder mit ADHS gibt, liegen nur wenige Daten vor, die die Auswahl der wirksamsten Leseintervention für ein bestimmtes Kind unterstützen. Die kurze experimentelle Analyse (Brief Experimental Analysis, BEA) ist ein Verfahren, das die Wirksamkeit verschiedener schulischer Interventionen direkt vergleicht, um die Auswahl der Intervention mit der optimalen Wirksamkeit zu steuern. Die vorliegende Proof-of-Concept-Studie untersuchte die Eignung der BEA-Methodik zur Bestimmung der relativen Wirksamkeit von sieben Leseinterventionen bei Kindern mit ADHS. Die sieben Interventionen umfassten sowohl empirisch gestützte ADHS-Interventionen als auch traditionelle Interventionen aus der BEA-Literatur. Sechs Kinder mit diagnostizierter ADHS nahmen an der Proof-of-Concept-Studie teil. Die Ergebnisse zeigten, dass mit der BEA für jeden Teilnehmenden erfolgreich eine wirksame Intervention bestimmt werden konnte. Wirksamkeit und optimale Intervention gemäß BEA-Verfahren unterschieden sich zwischen den einzelnen Kindern, was die Bedeutung eines BEA-Ansatzes beim Vergleich verschiedener Leseinterventionen für Kinder mit ADHS unterstreicht. Implikationen und zukünftige Forschungsrichtungen für die Auswahl wirksamer Leseinterventionen bei Kindern mit ADHS werden diskutiert.
Kategorien: ADHS bei Kindern, Teilleistungsstörungen, Therapie
Schlagwörter: ADHS, Lesedefizite, kurze experimentelle Analyse, funktionale Analyse
