Fallbericht: Möglicherweise mit chronischer Methylphenidatanwendung assoziierte Hodeninsuffizienz

Ranjith Ramasamy, Pranav Dadhich, Ashna Dhingra, Larry Lipshultz (2014)

F1000Research

Zusammenfassung

Methylphenidat ist eine häufig verordnete Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Über mögliche unerwünschte Wirkungen auf das männliche Reproduktionssystem ist jedoch wenig bekannt. Wir berichten über einen 20-jährigen männlichen Patienten, dessen Hauptbeschwerde eine verzögerte Pubertät war. Er sprach mit hoher Stimme und berichtete über fehlende Körperbehaarung, verminderte Libido, unzureichende Erektionsfähigkeit, chronische Müdigkeit und Energielosigkeit. Er war bereits im Säuglingsalter mit Methylphenidat behandelt worden und hatte die Behandlung 17 Jahre lang fortgesetzt. Bei der Untersuchung war der Patient schlank und wies sichtbar keine Gesichts- oder Körperbehaarung auf. Er erklärte ferner, dass bei ihm nie Achsel- oder Bartbehaarung gewachsen sei und er häufig für einen jungen Jugendlichen statt für einen 20-Jährigen gehalten werde. Die Genitalentwicklung wurde dem Tanner-Stadium 2 zugeordnet. Laboruntersuchungen bestätigten niedrige Serumspiegel des follikelstimulierenden Hormons (FSH), des luteinisierenden Hormons (LH) und von Testosteron. Der Patient erhielt eine exogene Testosteronsubstitution mit Pellets und humanes Choriongonadotropin zur Erhaltung der Hodengröße. Nach vier Monaten hatten sich seine Symptome gebessert und er zeigte Zeichen einer Pubertätsentwicklung. Unser Ziel ist es, die möglichen Auswirkungen von Methylphenidat auf das männliche Reproduktionssystem weiter zu klären.

Kategorien: Medikamente

This publication in English

Nach oben scrollen