Die internationale Studie zur Prävalenz von ADHS bei Abhängigkeitserkrankungen: Hintergrund, Methoden und Stichprobe
Geurt van de Glind, Katelijne Van Emmerik-van Oortmerssen, Pieter Jan Carpentier, Frances R. Levin, (2013)
International Journal of Methods in Psychiatric Research, 2013, n/a-n/a
Zusammenfassung
Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wird bei Personen mit Substanzgebrauchsstörungen (SUD) zunehmend als komorbide Erkrankung erkannt. Dieser Beitrag beschreibt die Methoden und die Studienpopulation der International ADHD in Substance Use Disorders Prevalence (IASP)-Studie. Ziele der IASP sind, die Prävalenz von ADHS bei erwachsenen behandlungssuchenden Patienten mit SUD in verschiedenen Ländern und SUD-Populationen zu bestimmen, die Reliabilität und Validität der Adult ADHD Self-report Scale V 1.1 (ASRS) als ADHS-Screeninginstrument in SUD-Populationen zu untersuchen, das Komorbiditätsprofil von SUD-Patienten mit und ohne ADHS zu analysieren, Risiko- und Schutzfaktoren bei SUD-Patienten mit und ohne komorbide ADHS-Diagnose zu vergleichen und das Wissen über den Zusammenhang zwischen ADHS sowie Beginn und Verlauf von SUD zu erweitern. In dieser querschnittlichen, multizentrischen zweistufigen Studie wurden die Teilnehmer mit der ASRS auf ADHS gescreent, mit dem Conner’s Adult ADHD Diagnostic Interview for DSM-IV (CAADID) diagnostiziert und hinsichtlich SUD, Major Depression, bipolarer Störung, antisozialer Persönlichkeitsstörung und Borderline-Persönlichkeitsstörung untersucht. Insgesamt wurden 3.558 Personen aus 10 Ländern eingeschlossen. Davon hatten 40,9 % ein positives ADHS-Screening. Dies ist die bislang größte internationale Studie in dieser Population, die ADHS und komorbide Störungen untersucht. Copyright © 2013 John Wiley & Sons, Ltd.
Kategorien: ADHS bei Erwachsenen, Sucht
Schlagwörter: Drogenmissbrauch, Sucht, Aufmerksamkeitsstörung mit Hyperaktivität, Epidemiologie, Patienten, Ko-Morbidität, Screening
