Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung und Entwicklungsstörung der motorischen Koordination: Wissen und Praxis bei Kinder- und Jugendpsychiatern und Pädiatern
A. Kirby, G. Salmon & L. Edwards (2007)
Psychiatric Bulletin 31(9), 336-338
Zusammenfassung
ZIELE UND METHODE: Trotz umfangreicher Evidenz dafür, dass Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Entwicklungsstörung der motorischen Koordination häufig überlappend auftreten, ist unklar, ob Kliniker bei der Untersuchung von Kindern mit Verdacht auf ADHS routinemäßig nach Bewegungsproblemen fragen. Wir beschreiben eine Befragung, die Wissen und Praxis von Kinder- und Jugendpsychiatern (n=107) und Pädiatern (n=51) in diesem Bereich untersucht.
ERGEBNISSE: Die Ergebnisse zeigen, dass 67,3 % der Kinder- und Jugendpsychiater gegenüber 15,7 % der Pädiater angaben, schlechte oder sehr schlechte Kenntnisse über die Entwicklungsstörung der motorischen Koordination zu haben; 28 % gegenüber 5,9 % berichteten, nie oder nur gelegentlich nach motorischen Schwierigkeiten zu fragen.
KLINISCHE IMPLIKATIONEN: Kinder- und Jugendpsychiater sollten bei der ADHS-Diagnostik ein routinemäßiges Screening auf Entwicklungsstörung der motorischen Koordination erwägen. Zur Erleichterung dessen wird eine weiterführende Schulung in der Diagnostik dieser Störung empfohlen.
Kategorien: ADHS Allgemein, Komorbiditäten
Schlagwörter: ADHS, Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, Entwicklungsstörungen der motorischen Koordination, Dyspraxie
