Durch Jugendliche mit Störungen des Sozialverhaltens ausgelöste Krankenkassenausgaben
F. Ewest, T. Reinhold, T. D. Vloet, V. Wenning & C. J. Bachmann (2013)
Kindheit und Entwicklung 22(1), 41-47
Zusammenfassung
Die Studie basiert auf Abrechnungsdaten einer großen gesetzlichen Krankenkasse (AOK Nordost). Es wurden Patienten im Alter von 13 bis 18 Jahren mit dokumentierter ICD-10-Diagnose einer Störung des Sozialverhaltens eingeschlossen (Indexgruppe, IG, N=665) und mit einer nach Alter und Geschlecht parallelisierten Kontrollgruppe (KG, N=16.625) verglichen. Während in der KG mittlere Jahreskosten von 687 € zu verzeichnen waren, beliefen sich diese bei der IG mit 2.632 € auf das 3,83fache (p<0,001). In beiden Gruppen verursachten weibliche Versicherte höhere Kosten als männliche (IG: 2.883 € vs. 2.501 €, p=0,41; KG: 758 € vs. 649 €, p=0,22). Jugendliche mit Störungen des Sozialverhaltens lösten deutlich höhere Krankenkassenausgaben aus als Jugendliche ohne diese Diagnose. Dieses Ergebnis weist auf die gesundheitsökonomische Bedeutung des Störungsbildes hin.
Kategorien: Störung des Sozialverhaltens
Schlagwörter: Gesundheitsökonomie, Jugendliche, Kosten, Krankenkasse, Störung des Sozialverhaltens
