Umsetzung der unabhängigen Verschreibung durch Pflegefachkräfte in psychiatrischen Einrichtungen im Vereinigten Königreich: Schwerpunkt Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung
L. Mangle et al (2014)
ADHD Attention Deficit and Hyperactivity Disorders
Zusammenfassung
Gesetzesänderungen, die im Vereinigten Königreich im April 2012 in Kraft traten, gaben unabhängig verschreibenden Pflegefachkräften (NIPs) die Befugnis, kontrollierte Arzneimittel der Kategorien 2–5 zu verschreiben. Entsprechend qualifizierte Pflegefachkräfte im Vereinigten Königreich können daher inzwischen innerhalb ihrer klinischen Kompetenz jedes Arzneimittel für jede Erkrankung selbstständig verschreiben. Zu den potenziellen Vorteilen der unabhängigen Verschreibung durch Pflegefachkräfte gehören ein verbesserter Zugang zu Medikamenten und eine effizientere Nutzung von Kompetenzen innerhalb der Belegschaft des National Health Service. Diese Übersicht untersucht die bis Juli 2013 veröffentlichte Literatur, um zu prüfen, ob die erwarteten Vorteile von NIPs in psychiatrischen Settings empirisch belegt werden können, mit besonderem Schwerpunkt auf der pflegegeleiteten Betreuung von Patienten mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Die am häufigsten eingesetzten pharmakologischen Behandlungen der ADHS sind kontrollierte Arzneimittel. Die Gesetzesänderungen von 2012 ermöglichen es daher pflegegeleiteten ADHS-Diensten, Patienten ganzheitliche Versorgungspakete anzubieten. Die Evidenz legt nahe, dass die unabhängige Verschreibung durch Pflegefachkräfte im Vereinigten Königreich sicher, klinisch angemessen und mit hoher Patientenzufriedenheit verbunden ist. Die Qualität der Beziehung zwischen Pflegefachkraft und Patient sowie die Fähigkeit der Pflegefachkräfte, flexible Nachsorge anzubieten, sprechen dafür, dass pflegegeleitete ADHS-Dienste gut positioniert sind, um die Outcomes für Patienten und deren Eltern/Betreuungspersonen zu verbessern. Die verfügbare empirische Evidenz zum Nutzen von NIPs in psychiatrischen Settings ist jedoch begrenzt. Es werden zusätzliche hochwertige Daten benötigt, um den Wert einer durch Pflegefachkräfte erbrachten ADHS-Versorgung wissenschaftlich zu belegen. Diese Evidenz wird für die Weiterentwicklung pflegegeleiteter ADHS-Dienste und für diejenigen, die eine höhere Vergütung für die erweiterte Rolle von NIPs befürworten, von großem Wert sein.
Kategorien: Medikamente
Schlagwörter: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, nichtärztliche Verschreibung, kontrollierte Arzneimittel, pflegegeleitete Dienste, unabhängige Verschreibung durch Pflegefachkräfte
