Interferenzkontrolle bei ADHS im Erwachsenenalter: Keine Hinweise auf Defizite der Interferenzkontrolle, wenn die Reaktionsgeschwindigkeit mit Delta-Plots kontrolliert wird
Alexander Soutschek, Wolfgang Schwarzkopf, Kathrin Finke, Kristina Hennig-Fast, Hermann J. Müll (2013)
Acta Psychologica 143(1), 71-78
Zusammenfassung
Mehrere theoretische Ansätze gehen davon aus, dass Defizite der Interferenzkontrolle zu den Kernsymptomen der ADHS im Erwachsenenalter gehören. Befunde erhöhter Interferenzeffekte bei erwachsenen ADHS-Patienten gegenüber gesunden Erwachsenen könnten jedoch dadurch verzerrt sein, dass in der Patientengruppe gleichzeitig allgemein langsamere Reaktionen gefunden werden. Die vorliegende Studie verglich die Größe des Interferenzeffekts in der Stroop-Aufgabe zwischen einer Gruppe Erwachsener mit ADHS und einer gesunden erwachsenen Kontrollgruppe unter Verwendung eines Verfahrens, das Unterschiede der allgemeinen Reaktionsgeschwindigkeit mittels Delta-Plots berücksichtigte. Bei vergleichbaren Reaktionszeitniveaus unterschied sich das Ausmaß der Interferenz nicht zwischen Patienten- und Kontrollgruppe. Diese Ergebnisse stellen die Schlussfolgerungen früherer Studien infrage, da sie darauf hindeuten, dass die Interferenzkontrolle bei ADHS im Erwachsenenalter nicht beeinträchtigt ist.
Kategorien: ADHS bei Erwachsenen
Schlagwörter: ADHS im Erwachsenenalter, Interferenzkontrolle, Stroop-Aufgabe, Delta-Plots
