Langzeitergebnisse einer Funktionellen-Magnetresonanztomographie-Studie: Einfluss der psychodynamischen Psychotherapie auf die Hirnaktivierung von Panikpatienten

Manfred E. Beutel, Rudolf Stark, Hong Pan, David A. Silbersweig, Sylvia Dietrich (2012)

Psychotherapeut 57(3), 227-233

Zusammenfassung

In einer kontrollierten Funktionellen-Magnetresonanztomographie(fMRT)-Studie wurde der Einfluss psychodynamischer Kurzzeitpsychotherapie auf die Hirnaktivierung von Patienten mit einer Panikstörung untersucht. In einem „Go-nogo“-Paradigma wurden Verhaltensmaße und zerebrale Aktivierung von 9 Panikpatienten auf affektive Wortreize mit bedrohlichen, neutralen und positiven Inhalten vor sowie nach Therapie bestimmt. Es wurden 18 gesunde Kontrollpersonen in vergleichbarem Abstand untersucht. In einer zusätzlichen Langzeitkatamnese ca. 3 Jahre nach Abschluss der Therapie wurde der Einfluss der Hirnaktivierung vor und nach Therapie auf den Langzeitverlauf von panikbezogenen Ängsten und Körpersensationen bestimmt. Entsprechend den aufgestellten Hypothesen war zu Behandlungsbeginn eine vermehrte limbische Aktivierung (Amygdala, Hippocampus) von einer verminderten präfrontalen Aktivierung auf negative Wörter hin begleitet. Bei Therapieende hatte sich die Paniksymptomatik deutlich gebessert und die frontolimbische Dysfunktion normalisiert. Verminderte Aktivierung des limbischen Systems unter der Therapie sagte auch günstigere Langzeitergebnisse vorher. Die Studie zeigt ähnlich früheren Befunden zur kognitiven Verhaltenstherapie, dass psychodynamische Kurzzeitpsychotherapie Veränderungen in frontolimbischen Netzwerken bewirkt.

Kategorien: Angststörungen, Psychotherapie

Schlagwörter: Amygdala, Hippocampus, Neuropsychologische Tests, Emotionen, Hypersensitivität

This publication in English

Nach oben scrollen