Väterliche ADHS-Symptome und Verhaltensprobleme des Kindes: Ist väterliches Engagement immer vorteilhaft?

A. M. Romirowsky, A. Chronis-Tuscano (2014)

Child: Care, Health and Development, 40 (5), 2014, 706-714

Zusammenfassung

Hintergrund: Mütterliche Psychopathologie sagt ungünstige Entwicklungs- und Behandlungsergebnisse bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zuverlässig voraus. Trotz der hohen Erblichkeit der ADHS haben nur wenige Studien Zusammenhänge zwischen väterlichen ADHS-Symptomen und der Anpassung des Kindes untersucht, und keine hat zugleich den Grad der väterlichen Beteiligung an der Kindererziehung berücksichtigt. Die Identifikation veränderbarer Risikofaktoren für Verhaltensprobleme des Kindes ist in dieser Population besonders wichtig, da diese Komorbidität mit schwerwiegenden negativen Folgen verbunden ist.

Methoden: Diese Querschnittsstudie untersuchte bei 37 Kindern mit ADHS und ihren biologischen Vätern, in welchem Ausmaß die väterliche Beteiligung an der Kindererziehung den Zusammenhang zwischen väterlichen ADHS-Symptomen und Verhaltensproblemen des Kindes moderierte.

Ergebnisse: Weder väterliche ADHS-Symptome noch die Beteiligung waren unabhängig mit Verhaltensproblemen des Kindes assoziiert. Die Interaktion zwischen väterlichen ADHS-Symptomen und Beteiligung war jedoch signifikant: Väterliche ADHS-Symptome waren nur dann positiv mit Verhaltensproblemen des Kindes assoziiert, wenn die Väter stark an der Kindererziehung beteiligt waren.

Schlussfolgerungen: Das Vorliegen von ADHS-Symptomen im Erwachsenenalter könnte darüber entscheiden, ob die Beteiligung des Vaters an der Kindererziehung einen positiven oder nachteiligen Einfluss auf komorbide Verhaltensprobleme des Kindes hat.

Kategorien: ADHS bei Kindern, Störung des Sozialverhaltens

Schlagwörter: ADHS, Verhaltensprobleme, Beteiligung, Erziehung, väterlich

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