Studienprotokoll: Die JEU-Kohortenstudie – transversale multiaxiale Evaluation und 5-Jahres-Follow-up einer Kohorte französischer Glücksspieler

Gaëlle Challet-Bouju, Jean-Benoit Hardouin, Jean-Luc Vénisse, Lucia Romo, Marc Valleur, (2014)

BMC Psychiatry 14(1)

Zusammenfassung

Hintergrund

Es gibt umfangreiche Literatur zur Abgrenzung problematischen Glücksspiels (PG) von sozialem Glücksspiel, jedoch nur sehr wenige Studien zur langfristigen Entwicklung des Glücksspielverhaltens. Daher sind die Korrelate wichtiger Zustandswechsel im Verlauf des Glücksspielverhaltens noch unbekannt. Ziel der JEU-Kohortenstudie ist es, Determinanten zentraler Zustandswechsel im Glücksspielverhalten zu identifizieren, etwa die Entstehung eines Glücksspielproblems, die natürliche Erholung von einem Glücksspielproblem, die Lösung eines Glücksspielproblems durch eine intermediäre Versorgungsintervention, Rückfälle oder die Inanspruchnahme von Behandlung.

Methoden/Design

Die vorliegende Studie wurde konzipiert, um Einschränkungen früherer Kohortenstudien zu problematischem Glücksspiel zu überwinden. Diese longitudinale Fall-Kontroll-Kohorte ist die erste, die genügend Teilnehmende mit unterschiedlichen anfänglichen Schweregraden des Glücksspielverhaltens rekrutieren soll, um diese seltenen Veränderungen beobachten zu können. Geplant ist insbesondere die Rekrutierung von drei Gruppen: Personen ohne Glücksspielproblem, Personen mit Glücksspielproblem ohne Behandlung und behandlungssuchende Personen mit Glücksspielproblem. Die Rekrutierung erfolgt an verschiedenen Glücksspielorten, über die Presse und in Versorgungseinrichtungen. Die Kohortenteilnehmenden sind Glücksspieler beider Geschlechter im Alter von 18 bis 65 Jahren, die im vorangegangenen Jahr mindestens einmal gespielt hatten. Sie wurden zu Studienbeginn und anschließend fünf Jahre lang einmal jährlich mittels strukturiertem klinischem Interview und Selbstbeurteilungsfragebögen untersucht. Die Datenerhebung umfasst soziodemografische Merkmale, Glücksspielgewohnheiten einschließlich Glücksspielverlauf, den PG-Abschnitt des DSM-IV, den South Oaks Gambling Screen, die Gambling Attitudes and Beliefs Survey-23, das Mini International Neuropsychiatric Interview, die Wender-Utah Rating Scale-Child, die Adult ADHD Self-report Scale, somatische Komorbiditäten – insbesondere aktuelle Behandlungen und Parkinson-Krankheit – sowie das Temperament and Character Inventory-125.

Diskussion

Die JEU-Kohortenstudie ist die erste Studie, die prädiktive Faktoren zentraler Zustandswechsel im Glücksspielverhalten identifizieren soll. Sie ist die erste Fall-Kontroll-Kohorte zum Glücksspiel, die Personen ohne Glücksspielproblem, unbehandelte Personen mit Glücksspielproblem und behandlungssuchende Personen mit Glücksspielproblem in annähernd gleichen Anteilen vereint. Diese Arbeit könnte eine neue Perspektive auf die Ätiologie pathologischen Glücksspiels eröffnen und damit künftige Forschung, Versorgung und Präventionsmaßnahmen unterstützen.

Studienregistrierung

(ClinicalTrials.gov): NCT01207674.

Kategorien: Sucht

Schlagwörter: Glücksspiel, Zustandswechsel, Kohorte, problematisches Glücksspiel, Inanspruchnahme von Behandlung, prädiktive Faktoren

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