Delinquenz

Entwicklungspsychologische Aspekte von Delinquenz – Empathie sowie pro- und reaktive Aggression im Kindes- und Jugendalter

Aggressives Verhalten bei Kindern und Jugendlichen ist meist ein vorübergehendes Phänomen. Hauptsächlich tritt es unproblematisch als entwicklungsphysiologisches Verhalten auf. Bei einem kleinen Teil von Kindern zeigt sich früh eine pathologische Entwicklung mit einem hohen Risiko für Delinquenz und sozialer Desintegration. Bindungsaspekte, Temperamentsfaktoren, bestimmte psychiatrische Störungen, aber auch soziale Faktoren sowie insbesondere der elterliche Erziehungsstil haben Einfluss auf die Ausbildung von Aggressivität und Delinquenz. Bestimmte Formen aggressiven Verhaltens, wie proaktive Aggression, prädisponieren eher zu längerfristigen Problemen. Psychopathie, Empathiedefizite und gleichgültig-unemotionale Persönlichkeitszüge sind Befunde, die gehäuft bei delinquenten Jugendlichen zu finden sind, wenngleich die Datenlage zur tatsächlichen Bedeutung der einzelnen Faktoren noch nicht konsistent ist.

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Untersuchung eines Zusammenhangs zwischen Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Straffälligkeit

Bisher wurden monokausale Zusammenhänge zwischen Straffälligkeit und ADHS hergestellt. In der Arbeit erfolgt ein Vergleich zwischen delinquenten und nichtdelinquenten ADHS-Patienten. Die Kindheit der Delinquenten war signifikant häufiger von Missbrauch, Vernachlässigung und Vorleben süchtiger Verhaltensweisen geprägt, es lagen vermehrt komorbide Persönlichkeitsstörungen und Suchterkrankungen vor. Dies ist als Ursache der Delinquenz anzusehen, ADHS ist nur ein weiterer Baustein. Um die Defizite auszugleichen, muss bereits in der Kindheit protektiv eingegriffen werden.

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