Entwicklungsstörung

Prävention von Verhaltensstörungen bei entwicklungsauffälligen Kindern

Im folgenden Beitrag werden die Ergebnisse der Begleitforschung eines Projekts zur Prävention expansiven Problemverhaltens dargestellt. Die Analyse berücksichtigt 61 Kinder zwischen 3 und 6 Jahren. Ziel war die Analyse von Zusammenhängen zwischen dem Auftreten von Entwicklungs- und Verhaltensauffälligkeiten. Ferner werden die Ergebnisse der begleitenden Qualitätssicherung dargestellt und die dokumentierten Empfehlungen zur Weiterbehandlung aus Versorgungssicht ausgewertet. Um die Effekte des Trainings zu erfassen, wurde eine Prä-Post-Messung mit dem SDQ (Strengths and Difficulties Questionnaire) vorgenommen. Es zeigten sich signifikante Effekte bei den Bereichen expansives Verhalten, prosoziales Verhalten und dem SDQ-Gesamtwert. Der Zusammenhang zwischen Entwicklungs- und Verhaltensproblemen wurde anhand hierarchischer Regressionsanalysen untersucht. Dabei stellten sich Zusammenhänge zwischen Entwicklungsauffälligkeiten und Verhaltensproblemen dar. Insbesondere für die Entwicklungsdimensionen Körperbewusstsein, Körpermotorik und expressive Sprache des ET 6–6 konnten Zusammenhänge zu den Problemskalen des SDQ, aber auch zur Skala prosoziales Verhalten, gefunden werden.

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Diagnostik von Rechenstörungen

Bei der Rechenstörung handelt es sich um eine umschriebene Entwicklungsstörung mit ho- her Prävalenz, die sich vom Kindes- bis ins Erwachsenenalter hinein erstrecken kann. Nach ICD-10 („international classificatio n of diseases, 10th revision“) ist sie den umschriebenen Entwicklungsstörungen zuzuordnen, denen Beeinträchtigungen in Sprache, Motorik und vi- suell-räumlicher Wahrnehmung zugrunde liegen. Als entscheidend zur Diagnosestellung er- wies sich die Diskrepanz zwischen Intelligenz und der bezüglich dieser zu erwartenden Re- chenleistung. Dabei stehen dem Kliniker unterschiedliche diagnostische Leitlinien zur Ver- fügung. Eine umfassende, auch zur Therapieplanung geeignete Untersuchung sollte sich an der ätiologischen Konzeption der Rechenstörung orientieren und nicht zuletzt auch Beein- trächtigungen in der visuellen Informationsverarbeitung mit berücksichtigen. Dies sollte sich in der bedachten Auswahl entsprechender Testverfahren widerspiegeln.

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Psychobiosoziale Intervention bei Autismus

Zur Intervention bei Autismusspektrumstörungen („autism spectrum disorders“, ASD) werden unzählige Maßnahmen angeboten. Nur wenige Methoden können jedoch eine Evidenzbasierung beanspruchen, und auch die evaluierten Methoden bedürfen einer weiteren Prüfung der Wirkmechanismen und des Geltungsbereichs. Der vorliegende Beitrag erläutert Prämissen und Prinzipien erfolgreicher psychobiosozialer Intervention bei ASD und gibt mit ABA, TEACCH, PECS, dem Training sozialer Fertigkeiten und kognitivem Training Beispiele einzelner genügend empirisch bewährter Verfahren und deren Grenzen. Mit dem Versuch des Trainings fehlender μ-Suppression durch Neurofeedback und der Reanimation von Gyrus fusiformis und Amygdala durch Förderung fazialer Affekterkennung werden neurobiologisch begründete Behandlungsansätze vorgestellt.

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„Neglekt“ bei der Aufmerksamkeitsdefizit-und-Hyperaktivitäts-Störung

Er sei ein Aufmerksamkeitsdefizit-und-Hyperaktivitäts-Störung-(ADHS-)Kind. Er könne sich auf nichts richtig einlassen und könne auch nicht richtig spielen. Zu hause gebe es große Machtkämpfe mit viel Gebrüll. Er habe keine Freunde, sitze meistens allein am Computer, sonst habe er keine Interessen. Er leide unter Schlafstörungen, schlafe nur mit Licht, komme oft ins Bett der Eltern; hier mache er richtig „Ramba Zamba“. Was ist mit diesem Kind? Ist es nur unerzogen? Hat es Angst – in der Schule und allein? Leidet es unter der Trennung? Oder liegt vielleicht ein genetisches Entwicklungsproblem vor? Es wird dem eigentümlichen „Neglekt“ nachgegangen, der sich mit der Diagnose eines ADHS verbindet. Einseitige Betrachtungsweisen haben implizit mit diesem Störungsbild zu tun, das einlädt, die vorliegende Entwicklungsstörung in ihrer psychischen kognitiven und körperlichen Komplexität zu vernachlässigen. Bei kritischer Betrachtung biomedizinischer und psychodynamischer Modelle wird deutlich, dass es weiter führende Konzepte und Forschungsergebnisse gibt, die nicht nur die Problematik des Störungsbildes erhellen, sondern hilfreich für die Therapie dieser Kinder sind. Auf die Besonderheiten einer psychodynamischen Entwicklungstherapie wird ausführlicher eingegangen.

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