Kinder und Jugendliche

Neurofeedbacktherapie bei ADHS und Autismus. Ein Erfahrungsbericht mit Fallbeispielen

Viele Krankheiten, Störungen oder ungewollte Verhaltensmuster sind auf eine Fehlregulierung der elektrischen Gehirnaktivität zurückzuführen. Neurofeedback nutzt die Messung der Gehirnstromwellen (EEG-Wellen), um mittels Feedbacktraining Regulationsstörungen im Gehirn zu verbessern und zu beheben. Neurofeedback kann bei zahlreichen neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen erfolgreich eingesetzt werden, insbesondere in der Therapie der Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und des Autismus bei Kindern und Jugendlichen. Auch in der Gesundheitsförderung und Prävention gewinnt Neurofeedback zunehmend Bedeutung, so etwa als Training zur Stressbewältigung oder zur Erhaltung der geistigen Flexibilität im Alter. Zu den weiteren Einsatzgebieten zählen die mentale Leistungssteigerung (Peak-performance-Training) im Spitzensport sowie auch die Verbesserung der künstlerischen Leistung von Musikern. Die beiden hier beschriebenen Fallbeispiele für Autismus/Asperger-Syndrom (Kind) und Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS)/ADHS (Jugendlicher) veranschaulichen die Einsatzmöglichkeiten von Neurofeedback bei neurologisch-psychiatrischen Krankheitsbildern. Ein Behandlungserfolg ist dabei zumeist rasch erkennbar. Kurzzeitige Verschlechterungen, ausgelöst durch äußere Einflüsse, können bei konsequenter Fortführung des Trainings einfach abgefedert werden. Neurofeedback ist eine wissenschaftlich anerkannte Therapiemethode. Insbesondere in der Therapie von ADHS und Autismus bei Kindern und Jugendlichen stützt sich diese Therapieform auf wissenschaftlich fundierte und breit angelegte renommierte internationale Studien. Im Gegensatz zum internationalen Trend ist Neurofeedback in Österreich kaum verbreitet und daher wenig bekannt. Es gilt noch als Eigenleistung. Jedoch erkennen immer mehr private Versicherer Neurofeedback als wertvolle alternative Form der Behandlung neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen und übernehmen bis zu 80% der Behandlungskosten.

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Langzeitverlauf von ADHS-Symptomen vom Kindesalter bis ins frühe Erwachsenenalter in einer Bevölkerungsstichprobe

Aus populationsbasierten Studien liegen vergleichsweise wenige Informationen über Subgruppenverläufe der ADHS-Kernsymptome Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität-Impulsivität vor, insbesondere gemäß DSM-IV- und ICD-10-Definitionen. Ein jüngster Bericht über eine Subgruppe mit hohen und im Entwicklungsverlauf zunehmenden Unaufmerksamkeitssymptomen bedarf der Replikation. Ziel war es, unterschiedliche Verlaufssubgruppen für Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität-Impulsivität und ADHS-Gesamtsymptome bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 7–19 Jahren zu identifizieren. Berücksichtigt wurden elf Geburtskohorten aus 2593 Familien mit Kindern und Jugendlichen, für die Elternbeurteilungen der Ergebnismaße Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität-Impulsivität oder Gesamtsymptome vorlagen. Die Daten wurden in einem beschleunigten longitudinalen Design analysiert und mittels Growth-Mixture-Modellierung wurden Subgruppen identifiziert. Für alle drei Ergebnismaße fanden sich drei Verläufe mit niedrigen (78,3–83,3 %), moderaten (13,4–18,8 %) und hohen (2,8–3,2 %) Symptomniveaus. Der Verlauf innerhalb dieser Subgruppen war über die Ergebnisbereiche hinweg weitgehend vergleichbar. Generell nahmen die Symptome in allen Schweregradgruppen mit dem Alter ab, wobei der Entwicklungsverlauf in den Hochsymptomgruppen für Unaufmerksamkeit und Gesamtsymptome stabil blieb. Etwa 3 % der Kinder in einer bevölkerungsbasierten Stichprobe folgen einem Verlauf mit hohem Niveau an ADHS-Symptomen. In dieser Hochverlaufgruppe nehmen Hyperaktivitäts-Impulsivitätssymptome im Alter von 7 bis 19 Jahren ab, während Unaufmerksamkeit und Gesamtsymptome stabil bleiben. In keiner Schweregradgruppe fanden sich Hinweise auf eine Zunahme der Symptome im Verlauf von Kindheit und Jugend.

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Psychosoziales Funktionsniveau und Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen mit hyperkinetischen Störungen

Die Hyperkinetischen Störungen stellen eines der häufigsten chronisch verlaufenden Krankheitsbilder im Kindes- und Jugendalter dar und nehmen auf viele Lebensbereiche Einfluss (Huss 2004). Deshalb rückt gerade das Thema Lebensqualität in letzter Zeit zunehmend in den Blickpunkt. Es ist nicht mehr ausreichend nur Symptome zu beachten, sondern es muss systematisch die Lebensqualität als Ganzes erfasst werden, um eine Qualitätssicherung von diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen zu ermöglichen (Kramer 2007). Zielsetzung: Beurteilung des psychosozialen Funktionsniveaus (ICF) und der Lebensqualität (ILK) von Kindern/Jugendlichen mit hyperkinetischen Störungen.

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Die Behandlung sozialer Ängste im Kindes- und Jugendalter

Fragestellung: Der vorliegende Artikel untersucht die Fragestellung, inwieweit sich der derzeitige Stand der Forschung kognitiv-behavioraler Interventionen bei sozial ängstlichen Kindern und Jugendlichen in den derzeit zur Anwendung gelangenden Behandlungsrichtlinien widerspiegelt. Methode: Hierzu wurde eine systematische Literaturanalyse zum derzeitigen Stand der Forschung durchgeführt. Ergebnisse: Die Ergebnisse weisen auf die Bedeutsamkeit des Einzelsettings, kognitiver Interventionen, des Einbezugs von Eltern bei jüngeren Kindern sowie auf Einschränkungen, wenn die Behandlung allein aus einem sozialen Kompetenztraining besteht, hin. Schlussfolgerung: Die Ergebnisse machen deutlich, dass bisherige Empfehlungen zur Therapie sozial ängstlicher Kinder modifiziert und ergänzt werden sollten.

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