Langsame kortikale Potenziale

Neurofeedback bei ADHS: Weitere Teile des Puzzles

Unter den verschiedenen Neuromodulationsverfahren gewinnt Neurofeedback (NF) bei der Behandlung von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zunehmend an Bedeutung. In diesem Artikel wird ein methodischer Rahmen zusammengefasst, der das Training als neurobehaviorale Behandlung betrachtet. Randomisierte kontrollierte Studien werden selektiv besprochen. Vorgestellt werden Ergebnisse aus zwei kleineren Studien. Die erste umfasst eine tomografische Analyse im Verlauf eines Trainings langsamer kortikaler Potenziale (SCP) sowie eine Korrelationsanalyse zwischen Regulationsfähigkeiten und klinischem Ergebnis bei Kindern mit ADHS. In der zweiten Studie wurde ADHS-bezogenes Verhalten bei Kindern mit Tic-Störung untersucht, die entweder ein SCP-Training oder ein Theta-/Low-Beta-Training (12–15 Hz) absolvierten (einfach verblindetes, randomisiertes Design). Beide Studien liefern weitere Hinweise auf die Spezifität der NF-Effekte bei ADHS. Auf Grundlage dieser Befunde wird ein verfeinertes Modell der Mechanismen entwickelt, die zur Wirksamkeit des SCP-Trainings beitragen. Trotz zahlreicher offener Fragen zu Kernmechanismen, Moderatoren und Mediatoren scheint sich NF-Training (Theta/Beta und SCP) zu einem wertvollen und ethisch vertretbaren Baustein in der Behandlung von Kindern mit ADHS zu entwickeln.

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Neurofeedbacktherapie bei Kindern mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung: Stabilität der kortikalen Selbstregulation und des Therapieerfolgs

Ziel dieser Arbeit war die Überprüfung der Stabilität von Effekten eines Neurofeedback-Trainings als neuer Therapieoption in der Behandlung von ADHS. Hierzu wurden zwei verschiedene Neurofeedbackverfahren untersucht. Den Kindern der einen Gruppe wurde der Quotient der Frequenzbänder Theta und Beta (QT), den Kindern der anderen Gruppe die langsamen kortikalen Potenziale (LP) rückgemeldet. Beide Verfahren beruhen auf der Annahme, dass bei Patienten mit ADHS die zentralnervöse Aktivierungsregulation beeinträchtigt ist.

Insgesamt nahmen 46 Kinder mit der Diagnose ADHS im Alter von 7 bis 13 Jahren an der Studie teil. Das Training bestand aus drei Trainingsphasen mit jeweils zehn Trainingssitzungen und einer Follow-up-Untersuchung 6 Monate nach Abschluss des Trainings mit 3 Sitzungen. Unmittelbar vor Beginn und nach Beendigung des gesamten Trainings, sowie bei der Follow-up-Untersuchung wurden ein Intelligenztest und ein Aufmerksamkeitstest durchgeführt, sowie mit Fragebögen die ADHS-Symptomatik erfasst. In die Auswertung der EEG-Daten gingen die Kinder mit ein, die bis zum Ende der Follow-up-Untersuchung an der Studie teilgenommen hatten und zwischenzeitlich mit keiner anderen Therapie begonnen hatten. Dies waren 18 Kinder der LP-Gruppe und 14 Kinder der QT-Gruppe.

Um die beiden Gruppen bezüglich der Stabilität der klinischen Veränderungen zu vergleichen, gingen in diese Auswertung nur die Daten derjenigen Kinder ein, die einen bezüglich Alter, Geschlecht, Diagnose, Medikation und IQ vergleichbaren Partner in der anderen Gruppe hatten. Dies waren jeweils 13 Kinder.

Die Auswertung der EEG-Daten ergab folgendes Bild: Beide Gruppen konnten am Ende des Trainings signifikant besser zwischen den Aktivierungs- und Deaktivierungsaufgaben unterscheiden als zu Beginn. Sowohl die kortikale Selbstregulation der LP, als auch die kortikale Selbstregulation des QT erwiesen sich in der Follow-up-Untersuchung als stabil, wobei eine zusätzliche Behandlung mit Stimulanzien nur einen tendenziellen Einfluss auf die Stabilität hatte. Auch die klinischen Effekte erwiesen sich bei der Follow-up-Untersuchung als stabil, mit Ausnahme der Veränderung der Anzahl an erfüllten DSM-IV-Kriterien für Unaufmerksamkeit in der LP-Gruppe.

Erstmals konnte also gezeigt werden, dass Kinder mit ADHS eine über Monate stabile Selbstkontrolle der LP und des QT erlernen können. Dies ging mit stabilen Verbesserungen des Verhaltens und kognitiver Parameter einher, was die Ergebnisse anderer Studien (Othmer et al. (1991), Monastra (2002)) bestätigt. Damit scheint Neurofeedback in Bezug auf die langfristige Wirksamkeit sowohl der Stimulanzienbehandlung, als auch der verhaltenstherapeutischen Behandlung überlegen. Vermutlich müssen die erlernten Strategien zur kortikalen Selbstregulation nicht explizit angewendet werden, sondern sind bereits automatisiert und stehen bei Bedarf zur Verfügung.

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Neurofeedbacktherapie bei Kindern mit ADHS: Prädiktoren für den Erwerb kortikaler Selbstkontrolle und die klinische Verbesserung

Die vorliegende Arbeit wurde im Rahmen einer umfassenden Studie „Neurofeedbacktherapie bei Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)“ durchgeführt. Ziel des Projektes war, eine psychophysiologische Behandlungsmethode (Selbstregulation langsamer Potenziale bzw. des Theta/Beta-Quotienten) bei Kindern mit ADHS zu entwickeln. In bislang erfolgten Auswertungen der Studie konnte gezeigt werden, dass Kinder mit ADHS von beiden Feedbackverfahren profitieren. Da jedoch nicht jedes Kind gleich gut auf sie anspricht und der zeitliche und finanzielle Aufwand einer solchen Behandlung hoch ist, ist die Bestimmung von Prädiktoren für den Therapieerfolg von großer Bedeutung. Ziel der vorliegenden Arbeit lag demnach darin, Prädiktoren einerseits für das Erlernen der kortikalen Selbstkontrolle und andererseits für den klinischen Erfolg einer Feedbacktherapie der langsamen Potenziale und des Theta/Beta-Quotienten bei ADHS-Kindern zu ermitteln. 46 Kinder mit ADHS gemäß DSM-IV im Alter von 8 bis 13 Jahren nahmen an der Studie teil, von denen 25 die Selbstregulation ihrer langsamen Potenziale erlernen, während 21 ihren Theta/Beta-Quotienten beeinflussen sollten. Das Training bestand aus drei Phasen, mit jeweils 10 Sitzungen. Vor dem Training erhobene demographische, krankheitsspezifische, kognitive Maße, sowie Erziehungsmerkmale dienten neben der Diagnostik auch als potenzielle Prädiktorvariablen. Sowohl direkt nach der Therapie (Post 1), als auch ein halbes Jahr nach Beendigung des Trainings (Post 2) wurden erneut Fragebögen ausgegeben und Tests durchgeführt, um den Therapieerfolg und seine Stabilität zu beurteilen. In der Theta/Beta-Gruppe erwiesen sich körperliches und psychisches Wohlfühlen und eine geringere Ausprägung der Störung fördernd für die Verbesserung des Verhaltens zuhause. Gute Leistungen im Intelligenztest (HAWIK III) sprachen sowohl für die klinische Verbesserung, als auch für den Erwerb der Selbstkontrolle über den Theta/Beta-Quotienten. Was die LP-Gruppe betrifft, so war eine gute Anfangsleistung in der Negativierung der langsamen Potenziale, und eine gering ausgeprägte Symptomatik, sowie das männliche Geschlecht fördernd für den Erwerb kortikaler Selbstregulation. Für die klinische Verbesserung erwies sich, die Fähigkeit ohne Rückmeldung zu negativieren (Transfer) als stärkster Prädiktor, was für die Spezifität des Neurofeedbacktrainings spricht. Mit der vorliegenden Pilotstudie wurde Neuland betreten. Erstmals wurde versucht für zwei verschiedene Neurofeedbackverfahren Prädiktoren zu finden. Die hier ermittelten Ergebnisse sind eine Grundlage dafür, dass in weiteren Studien an einer grösseren Probandenzahl hypothesengeleitet Prädiktoren für eine erfolgreiche Neurofeedbacktherapie bei ADHS-Kindern ermittelt werden können.

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Train your brain – Neurofeedback für Kinder mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Ziel der Studie war es, ein Neurofeedbacktraining für Kinder mit ADHS zu evaluieren. Dieses Training knüpft an die Annahme an, dass der Störung eine Beeinträchtigung der zentralnervösen Aktivierungsregulation zugrunde liegt. Für diese Annahme spricht, dass Kinder mit ADHS im Vergleich zu gesunden Kontrollkindern erhöhte Anteile in langsamen Frequenzbändern (z.B. theta) und verringerte Anteile in schnellen Frequenzbändern (z.B. beta) aufweisen. Ferner zeigen sie Auffälligkeiten im Bereich der langsamen kortikalen Potentiale, wie zum Beispiel der P300, welche mit einer größeren Latenz und kleineren Amplitude auftritt.

Neben dem bislang praktizierten Feedback zur Veränderung der Frequenzbänder Theta und Beta wurde erstmals in einem einfach-blinden Design eine zweite Methode eingesetzt: das Feedback der langsamen kortikalen Potenziale (LP). In beiden Gruppen war es das Ziel, die Selbstkontrolle über bestimmte Anteile der EEG-Aktivität und damit über den Aktivierungszustand des Gehirns zu erlangen. Die LP-Gruppe sollte lernen, ihre LP-Amplituden in elektrisch positive Richtung (Aktivierung) und elektrisch negative Richtung (Deaktivierung) zu verschieben. Die Theta/Beta-Gruppe sollte lernen, einen aus den Frequenzbändern Theta und Beta gebildeten Quotienten zu erniedrigen (Aktivierung) und zu erhöhen (Deaktivierung). Das einfach blinde Design wurde ge-wählt, um unspezifische Therapieeffekte kontrollieren zu können. Die zentralen Fragestellungen bezogen sich auf den Lernverlauf, den Lernerfolg und die Effektivität des Programms in Hinsicht auf die ADHS-Symptomatik (kognitive Variablen, Verhaltensmaße). Ferner wurde untersucht, ob sich die Gruppen in Hinsicht auf den Lernverlauf, den Lernerfolg und die Veränderung der ADHS-Symptomatik unterscheiden.

In jeder Gruppe wurden 17 Kinder mit der Diagnose ADHS trainiert. Das Alter der Kinder lag zwischen acht und 13 Jahren, der mittlere IQ bei 100,7 (LP-Gruppe) und 101,0 (Theta/Beta-Gruppe). Das Training bestand aus drei Trainingsphasen mit jeweils zehn Trainingssitzungen. Unmittelbar vor Beginn und nach Beendigung des Trainings wurden Tests zur Erfassung der Intelligenz- und Aufmerksamkeitsleistung durchgeführt und Frage-bögen zur Erfassung der ADHS-Symptomatik ausgegeben. Die Therapieerwartung und Therapiebewertung der Eltern wurde vor und während jeder Trainingsphase erfasst. Die Auswertung der EEG-Daten ergab folgendes Bild: Beide Gruppen hatten die Selbstkontrolle über ihre Gehirn-aktivität erlernt. Jedoch variierten Lernerfolg und Lernverlauf in Abhängigkeit von der Trainingsart (LP vs. Theta/Beta) und der Aufgabenstellung (Aktivierung vs. Deaktivierung). In beiden Gruppen zeigten sich nach dem Training signifikante Verbesserungen im Bereich der Aufmerksamkeit, der Hyperaktivität, der Impulsivität und der Problemhäufigkeit. Im Bereich der Intelligenzleistung, der akademischen Leistung und der Problembelastung konnten nicht signifikante Veränderungen in die gewünschte Richtung verzeichnet werden. Die Therapieerwartung und die Therapiebewertung der Eltern hatte keinen Einfluss auf die Trainingseffekte. Die Effekte des Neurofeedbacktrainings waren in beiden Experimentalgruppen vergleichbar. Damit ist der Versuch, mit Hilfe eines einfach blinden Designs die Spezifität der Wirkfaktoren von Neurofeedback zu klären, nicht gelungen.

Die klinischen Effekte des Neurofeedbacktrainings im Bereich der Aufmerksamkeitsleistung und im Bereich der Hyperaktivität-Impulsivität liegen über den Effekten von Selbstinstruktionstrainings und kognitiv-behavioralen Behandlungspaketen. Sie sind vergleichbar mit den Effekten von Elterntrainings und einzelnen verhaltenstherapeutischen Techniken.

Insgesamt sind die ersten Ergebnisse positiv zu bewerten. Eine endgültige Bewertung der Neurofeedbacktherapie kann jedoch erst erfolgen, wenn Daten aus weiteren Nachuntersuchungen vorliegen.

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EEG – Feedback für Kinder mit einer Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Die Therapie von Kindern mit einer Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) mithilfe von EEG-Feedback knüpft an die Annahme einer Beeinträchtigung der zentralnervösen Aktivierungsregulation an. Neben dem bislang praktizierten Feedback zur Veränderung bestimmter EEG-Frequenzen (meistens in den Frequenzbändern von Theta und Beta) wird erstmals in einem einfach-blinden Design eine zweite Methode eingesetzt: das Feedback der langsamen kortikalen Potenziale (LP). Eine erste Auswertung für 19 Kinder, die ein solches LP-Training absolviert haben, sowie für 8 Kinder im Theta-Beta-Feedback, zeigt ein halbes Jahr nach Ende des Trainings für beide Gruppen signifikante Veränderungen im Verhalten, der Aufmerksamkeit sowie in der Ausprägung des Intelligenzquotienten. Der Erwerb von Selbstkontrolle der jeweiligen EEG-Parameter, gemessen als Trefferquote, verläuft hingegen unterschiedlich. Während die LP-Gruppe eine stetige Verbesserung im Verlauf zeigt, ist die Theta-Beta-Gruppe schon in der ersten von drei Trainingsphasen erfolgreich, ohne sich jedoch weiter zu steigern.

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