Psychopathie

Welche Faktoren beeinflussen Abbrüche in der Heimerziehung – welche Bedeutung haben limitierte prosoziale Fertigkeiten?

Über 20 % der stationären Jugendhilfemaßnahmen werden ungeplant beendet. Um Hilfe- und Beziehungsabbrüche vermeiden zu können, ist es wichtig, Jugendliche, welche die Jugendhilfe in besonderem Maße herausfordern, frühzeitig zu identifizieren, und besser zu verstehen, welche Faktoren das Risiko eines Abbruches erhöhen. Psychische Belastungen, Traumata, eine „Jugendhilfe-Karriere”, Delinquenz und psychopathische Persönlichkeitszüge gelten als Risikofaktoren für einen negativen Verlauf, weshalb sie in dieser Studie gezielt erfasst wurden. In einer Stichprobe von 497 Bewohnern Schweizer sozialpädagogischer Institutionen im Alter von 6 bis 26 Jahren wurden Teilnehmer mit und ohne irregulärem Maßnahmenende mittels uni- und multivariater Analyseverfahren miteinander verglichen. Sowohl univariate Analysen als auch eine binär logistische Regressionsanalyse ergaben, dass neben dem Alter vor allem psychopathische Persönlichkeitseigenschaften der zentrale Prädiktor für einen Abbruch der stationären Maßnahme sind. Das relative Risiko, die Maßnahme irregulär zu beenden, ist bei Teilnehmern mit auffällig hohen Werten auf Skalen, die psychopathische Eigenschaften erfassen, im Vergleich zu Teilnehmern mit durchweg unauffälligen Psychopathie-Werten um das Zwei- bis Dreifache erhöht. Aufgrund der Ergebnisse sollten spezifische pädagogische, milieu- und psychotherapeutische Konzepte für Jugendliche mit limitierten prosozialen Fertigkeiten entwickelt und evaluiert werden. Zudem sollten die Jugendlichen gezielt einem Screening unterzogen werden, um sicherzustellen, dass diese Persönlichkeitszüge im Rahmen der Hilfeplanung adäquat berücksichtigt werden können.

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Autismus oder „Psychopathy“? – Literaturübersicht und Kasuistik

Autismus-Spektrum-Störungen und die Psychopathy gemäß dem Konzept von Hare gehen mit einem ausgeprägten Empathiedefizit einher. Empathiedefizite von Patienten mit Autismus-Spektrum-Störungen und Empathiedefizite bei Personen mit Persönlichkeitszügen der Psychopathy scheinen sich jedoch zu unterscheiden. Einige Autoren beschreiben ein komorbides Auftreten von Persönlichkeitszügen der Psychopathy bei Personen, die an Autismus-Spektrum-Störungen leiden. Der nachfolgende Beitrag versucht, sich diesem differenzialdiagnostischen Problem anhand einer Literaturübersicht und Kasuistik zu nähern. Hierfür wird ausführlich die Fallgeschichte eines 17-jährigen Jugendlichen in Bezug zum Konstrukt Psychopathy bzw. Autismus diskutiert.

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Autismus oder „Psychopathy“? Literaturübersicht und Kasuistik

Autismus-Spektrum-Störungen und die Psychopathy gemäß dem Konzept von Hare gehen mit einem ausgeprägten Empathiedefizit einher. Empathiedefizite von Patienten mit Autismus-Spektrum-Störungen und Empathiedefizite bei Personen mit Persönlichkeitszügen der Psychopathy scheinen sich jedoch zu unterscheiden. Einige Autoren beschreiben ein komorbides Auftreten von Persönlichkeitszügen der Psychopathy bei Personen, die an Autismus-Spektrum-Störungen leiden. Der nachfolgende Beitrag versucht, sich diesem differenzialdiagnostischen Problem anhand einer Literaturübersicht und Kasuistik zu nähern. Hierfür wird ausführlich die Fallgeschichte eines 17-jährigen Jugendlichen in Bezug zum Konstrukt Psychopathy bzw. Autismus diskutiert.

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Psychopathy

Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation der Universität Bremen Zusammenfassung. Das Konzept „Psychopathy“ wird in den letzten Jahren für das Kindes- und Jugendalter spezifiziert und bietet die Chance, Extremformen aggressiv-dissozialen Verhaltens zu beschreiben und zu klassifizieren. Erscheinungsformen, Prävalenzraten und Verlaufsstudien tragen dazu bei, dass die Aussagekraft des Konzepts für die klinische Praxis zunimmt. Die Tatsache, dass das DSM-V sich dieser Subgruppe annimmt, wird die Akzeptanz des Konzeptes und Forschungsaktivitäten intensivieren.

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Entwicklungspsychologische Aspekte von Delinquenz – Empathie sowie pro- und reaktive Aggression im Kindes- und Jugendalter

Aggressives Verhalten bei Kindern und Jugendlichen ist meist ein vorübergehendes Phänomen. Hauptsächlich tritt es unproblematisch als entwicklungsphysiologisches Verhalten auf. Bei einem kleinen Teil von Kindern zeigt sich früh eine pathologische Entwicklung mit einem hohen Risiko für Delinquenz und sozialer Desintegration. Bindungsaspekte, Temperamentsfaktoren, bestimmte psychiatrische Störungen, aber auch soziale Faktoren sowie insbesondere der elterliche Erziehungsstil haben Einfluss auf die Ausbildung von Aggressivität und Delinquenz. Bestimmte Formen aggressiven Verhaltens, wie proaktive Aggression, prädisponieren eher zu längerfristigen Problemen. Psychopathie, Empathiedefizite und gleichgültig-unemotionale Persönlichkeitszüge sind Befunde, die gehäuft bei delinquenten Jugendlichen zu finden sind, wenngleich die Datenlage zur tatsächlichen Bedeutung der einzelnen Faktoren noch nicht konsistent ist.

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ADHS und Störung des Sozialverhaltens

Im Bereich der externalisierenden Störungen (ADHS, Störungen des Sozialverhaltens) werden für den deutschsprachigen Bereich Trends seit 2009 in Forschung und Praxis skizziert. Vor allem wurden Publikationen aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Klinischen Kinderpsychologie gesichtet; zudem werden die wissenschaftlichen Beiträge des 32. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie mit einbezogen. Es wird deutlich, dass auch im deutschen Sprachraum die Beschäftigung mit der Störung des Sozialverhaltens (inkl. Bullying, Psychopathie) im Umfang und ihrer Differenziertheit gegenüber der weitgefassten Diskussion um die ADHS aufgeholt hat und kein Schattendasein mehr führt.

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