Psychotherapie

„Neglekt“ bei der Aufmerksamkeitsdefizit-und-Hyperaktivitäts-Störung

Er sei ein Aufmerksamkeitsdefizit-und-Hyperaktivitäts-Störung-(ADHS-)Kind. Er könne sich auf nichts richtig einlassen und könne auch nicht richtig spielen. Zu hause gebe es große Machtkämpfe mit viel Gebrüll. Er habe keine Freunde, sitze meistens allein am Computer, sonst habe er keine Interessen. Er leide unter Schlafstörungen, schlafe nur mit Licht, komme oft ins Bett der Eltern; hier mache er richtig „Ramba Zamba“. Was ist mit diesem Kind? Ist es nur unerzogen? Hat es Angst – in der Schule und allein? Leidet es unter der Trennung? Oder liegt vielleicht ein genetisches Entwicklungsproblem vor? Es wird dem eigentümlichen „Neglekt“ nachgegangen, der sich mit der Diagnose eines ADHS verbindet. Einseitige Betrachtungsweisen haben implizit mit diesem Störungsbild zu tun, das einlädt, die vorliegende Entwicklungsstörung in ihrer psychischen kognitiven und körperlichen Komplexität zu vernachlässigen. Bei kritischer Betrachtung biomedizinischer und psychodynamischer Modelle wird deutlich, dass es weiter führende Konzepte und Forschungsergebnisse gibt, die nicht nur die Problematik des Störungsbildes erhellen, sondern hilfreich für die Therapie dieser Kinder sind. Auf die Besonderheiten einer psychodynamischen Entwicklungstherapie wird ausführlicher eingegangen.

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Zur Psychotherapie der Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Erwachsenen

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) hält häufig bis in das Erwachsenenalter an und zeichnet sich durch eine hohe Komorbidität z.B. mit Sucht, Depression, Angst und Persönlichkeitsstörungen aus. Bisher standen bei Erwachsenen die neurobiologischen Grundlagen und die medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten im Vordergrund der Forschungsbemühungen, und es gab keine Untersuchungen zur Wirksamkeit von psychotherapeutischen Verfahren bei Erwachsenen mit ADHS. Nun wurden erste Studien zu den Effekten einer störungsspezifischen verhaltenstherapeutischen Behandlung veröffentlicht. Nach einem Überblick über den Forschungsstand zu ADHS bei Erwachsenen werden mögliche Inhalte einer spezifischen strukturierten Verhaltenstherapie bei ADHS im Erwachsenenalter vorgestellt und deren Übertragbarkeit in den klinischen Alltag diskutiert.

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Untersuchungen zur Wirksamkeit der Dialektisch- Behavioralen Therapie bei Patientinnen mit Borderline- Persönlichkeitsstörung

Zur Untersuchung der Wirksamkeit der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) wurden 66 Frauen mit der Diagnose einer Borderline-Persönlichkeitsstörung randomisiert zwei Gruppen zugeteilt. Eine Gruppe begann mit einer dreimonatigen stationären Kompaktbehandlung nach DBT und setzt dann die DBT-Therapie noch 21 Monate ambulant fort, die zweite Gruppe erhält von Anfang an ambulante DBT. Ausschlusskriterien waren schizophrene Erkrankungen, Bipolar-I-Erkrankungen und akute Suchtmittelabhängigkeit. Die Patientinnen wurden zu Beginn, nach 4, 12, 18 und 24 Monaten ausführlichen diagnostischen Untersuchungen unterzogen. Nach dem ersten Behandlungsjahr zeigten sich folgende Ergebnisse: 1. Alle Patientinnen zeigten Verbesserungen in der psychopathologischen Symptomatik und in interpersonellen Variablen, insbesondere aber in der Reduktion der selbstverletzenden Handlungen und in der Häufigkeit der Klinikaufenthalte, verglichen mit dem Jahr vor der Behandlung. 2. Die stationäre Gruppe zeigte sich der ambulanten nur in der Reduktion der Klinikaufenthalte signifikant überlegen, wobei sich tendenziell zusätzlich in den Selbstverletzungen bei der stationären Gruppe und in „Depressivität“ in der ambulanten Gruppe bessere Ergebnisse zeigten. „Abhängigkeit“ als interpersoneller Stil zeigte sich tendenziell in der stationären Gruppe eher verstärkt, in der ambulanten Gruppe eher verbessert. 3. Nach einem Behandlungsjahr betrug die Drop-out-Rate 33.3 (22 Patientinnen), 9 davon standen trotz Therapieabbruchs für weitere Diagnostik zur Verfügung. Diese 9 Patientinnen wiesen zu Beginn ein geringeres Ausmaß der Borderline-Störung auf, zeigten am Ende des ersten Behandlungsjahres aber trotz Abbruch vergleichbar gute Ergebnisse wie die Patientinnen, die die Therapie fortgesetzt hatten. Die 13 Patientinnen, die den Kontakt ganz abbrachen wiesen dagegen zu Beginn der Therapie das höchste Ausmaß an selbst- und fremdeingeschätzter Symptomatik auf.

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