Sucht

Substanzgebrauchsstörung und nicht-substanzgebundene Süchte im DSM-5

Der Beitrag informiert über die Eingliederung der Suchtstörungen in die Fünfte Auflage des Diagnostischen und statistischenManuals psychischer Störungen (DSM-5) der American Psychiatric Association (APA). Eine DSM-5-Diagnose wird entlang einer Schweregrads-Dimension «Substanzgebrauchsstörung» (Substance Use Disorder) gestellt, wofür explizit operationalisierte diagnostische Kriterien vorgegeben sind. Als einzige «Verhaltenssucht» wurde die «Glücksspielstörung» (Gambling Disorder) in das DSM-5 aufgenommen, zusätzlich wurden vorläufige Kriterien für eine «Koffeingebrauchsstörung» (Caffeine Use Disorder) sowie für eine «Internetspielstörung » (Internet Gaming Disorder) definiert und in das Kapitel III (Störungsbilder, die weiterer Forschung bedürfen) integriert. Für die Versorgung suchtgefährdeter und süchtiger Kinder und Jugendlicher in Deutschland hätte eine Übernahme des Kriterienkataloges des DSM-5 weitreichende Folgen. Da die diagnostische Schwelle niedriger ist, würden mehr Patienten einen Behandlungsanspruch erhalten. Aus kinder- und jugendpsychiatrischer Sicht ist die damit verbundene Stärkung von Frühinterventionen bei den Suchtstörungen zu begrüßen. Die neuen Kapitel III-Diagnosen werden durch die erstmals vereinheitlichte Definition von diagnostischen Kriterien international vergleichbare Forschung stimulieren.

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Die internationale Studie zur Prävalenz von ADHS bei Abhängigkeitserkrankungen: Hintergrund, Methoden und Stichprobe

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wird bei Personen mit Substanzgebrauchsstörungen (SUD) zunehmend als komorbide Erkrankung erkannt. Dieser Beitrag beschreibt die Methoden und die Studienpopulation der International ADHD in Substance Use Disorders Prevalence (IASP)-Studie. Ziele der IASP sind, die Prävalenz von ADHS bei erwachsenen behandlungssuchenden Patienten mit SUD in verschiedenen Ländern und SUD-Populationen zu bestimmen, die Reliabilität und Validität der Adult ADHD Self-report Scale V 1.1 (ASRS) als ADHS-Screeninginstrument in SUD-Populationen zu untersuchen, das Komorbiditätsprofil von SUD-Patienten mit und ohne ADHS zu analysieren, Risiko- und Schutzfaktoren bei SUD-Patienten mit und ohne komorbide ADHS-Diagnose zu vergleichen und das Wissen über den Zusammenhang zwischen ADHS sowie Beginn und Verlauf von SUD zu erweitern. In dieser querschnittlichen, multizentrischen zweistufigen Studie wurden die Teilnehmer mit der ASRS auf ADHS gescreent, mit dem Conner’s Adult ADHD Diagnostic Interview for DSM-IV (CAADID) diagnostiziert und hinsichtlich SUD, Major Depression, bipolarer Störung, antisozialer Persönlichkeitsstörung und Borderline-Persönlichkeitsstörung untersucht. Insgesamt wurden 3.558 Personen aus 10 Ländern eingeschlossen. Davon hatten 40,9 % ein positives ADHS-Screening. Dies ist die bislang größte internationale Studie in dieser Population, die ADHS und komorbide Störungen untersucht. Copyright © 2013 John Wiley & Sons, Ltd.

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Computerspiele im Kindes- und Jugendalter unter besonderer Betrachtung von Suchtverhalten, ADHS und Aggressivität

Einleitung: Computerspiele gehören mittlerweile zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen von Kindern und Jugendlichen und ersetzen in zunehmendem Maß traditionelle Spiel- und Interaktionsaktivitäten. Gesamt betrachtet sind mit dieser Entwicklung nicht nur emotionale oder soziale Entwicklungsrisiken verbunden und im pädagogisch-therapeutischen Bereich können sich mit der Nutzung von Computerspielen auch durchaus Förder- oder sogar therapeutische Möglichkeiten verbinden. Anderseits mehren sich Belege, dass die exzessive Nutzung von Computerspielen mit einem signifikant erhöhten Risiko zu nicht-stoffgebundenem Suchtverhalten einhergeht und die Prävalenzen hierfür altersübergreifend besorgniserregend hoch sind mit tendenzieller Zunahme.

Zielsetzung: Der vorliegende Beitrag basiert auf einer Medlinerecherche. Die Zielsetzung besteht darin, zunächst motivationale und entwicklungspsychologische Besonderheiten von Computerspielen herauszuarbeiten, Prävalenzen und Risiken für eine Suchtentwicklung darzustellen und Verbindungen sowie Auswirkungen zu ausgewählten psychischen Störungen, nämlich Aufmerksamkeitsdefizitstörungen und aggressiven Verhaltensweisen darzustellen.

Ergebnisse: Die vorliegenden Ergebnisse weisen aus, dass speziell von einer ADHS betroffene Kinder und Jugendliche aufgrund der neuropsychologischen Gegebenheiten dieses Störungsbildes vulnerabel sind für die Entwicklung einer Computerspielsucht. Zum anderen kann der exzessive Konsum gewalthaltiger Computerspiele ein wichtiges Bindeglied für das Zustandekommen vermehrt aggressiver Verhaltensweisen bedeuten bei Vorliegen von bereits vorbestehenden aggressiven Kognitionen und Verhaltensskripten.

Schlussfolgerung: Angesichts der zunehmenden klinischen Relevanz von Suchtverhalten bei Computerspielen besteht dringend die Notwendigkeit zur Erarbeitung diagnostischer und therapeutischer Standards, wobei der Vernetzung mit ebenfalls mit der Materie befassten Fach- bzw. Arbeitsbereichen eine wichtige Bedeutung zukommt.

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Untersuchung eines Zusammenhangs zwischen Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Straffälligkeit

Bisher wurden monokausale Zusammenhänge zwischen Straffälligkeit und ADHS hergestellt. In der Arbeit erfolgt ein Vergleich zwischen delinquenten und nichtdelinquenten ADHS-Patienten. Die Kindheit der Delinquenten war signifikant häufiger von Missbrauch, Vernachlässigung und Vorleben süchtiger Verhaltensweisen geprägt, es lagen vermehrt komorbide Persönlichkeitsstörungen und Suchterkrankungen vor. Dies ist als Ursache der Delinquenz anzusehen, ADHS ist nur ein weiterer Baustein. Um die Defizite auszugleichen, muss bereits in der Kindheit protektiv eingegriffen werden.

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