Wirksamkeit

Intervallbehandlung statt disziplinarischer Entlassung. Wirksamkeit eines strukturierten psychotherapeutischen Behandlungsprogramms bei Störung des Sozialverhaltens

Hintergrund: Aggressiv-dissoziale Verhaltensweisen zählen zu den häufigsten Störungen im Kindes- und Jugendalter. Sie sind charakterisiert durch einen ungünstigen Langzeitverlauf und ein hohes Ausmaß an Alltagsbeeinträchtigungen. Bisher ist v. a. für ambulante, familienzentrierte Behandlungsmethoden eine gute Effizienz nachgewiesen worden. Jugendliche mit Störung des Sozialverhaltens (SSV) bringen aber gerade ambulante Behandlungssettings oft an ihre Grenzen, sodass es zu stationären Aufnahmeanfragen kommt.

Ziel der Arbeit: Die vorliegende Darstellung eines neuen Behandlungskonzepts evaluierte die Effektivität einer Intervallbehandlung für Jugendliche mit SSV, die auf Motivation des Jugendlichen, Einbezug der Familie in die Behandlung und die Vermeidung von disziplinarischen Entlassungen abzielt.

Material und Methode: Ausgewertet wurden Daten von 19 Jugendlichen mit SSV im Alter zwischen 16,0 und 18 Jahren. Kernsymptome des gestörten Sozialverhaltens, soziodemografische Daten, psychosoziales Funktionsniveau (Children Global Assessment of Functioning Scale, CGAS) sowie Schweregrad der Symptomatik (Health of the Nation Outcome Scales for Children and Adolescents, HoNOSCA) wurden mit Beginn der Behandlung erfasst (T1). Am Behandlungsende wurden das psychosoziale Funktionsniveau, der Schweregrad der Symptomatik und die Teilnahmefrequenz an den einzelnen Phasen erhoben (T2).

Ergebnisse: Eine Intervallbehandlung führt zu einer deutlichen Reduktion von disziplinarischen Entlassungen. Jugendliche nehmen motivierter an der Behandlung teil. Eine signifikante Verbesserung ist sowohl auf dem psychosozialen Funktionsniveau als auch in Bezug auf die Schwere der am Ende der Behandlung noch vorliegenden Symptomatik zu verzeichnen.

Schlussfolgerung: Eine stationäre Intervallbehandlung kann, wenn ambulante Behandlungsmöglichkeiten ausgereizt sind, ein praktikables Konzept für Patienten mit SSV darstellen.

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Was hilft bei der Lese-Rechtschreibstörung?

Die Lese-Rechtschreibstörung (LRS) gehört zu den häufigsten Entwicklungsstörungen mit oft chronischem Verlauf. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, den aktuellen Stand der Interventionsforschung zur Wirksamkeit deutschsprachiger LRS-Förderprogramme darzustellen. Anhand einer Metaanalyse wurde zunächst die Effektivität unterschiedlicher LRS-Förderansätze quantifiziert. Anschließend wurde der Frage nachgegangen, welche moderierenden Variablen die Wirksamkeit von LRS-Förderprogrammen beeinflussen. Die Ergebnisse zeigen, dass symptomspezifische Förderprogramme deutlich effektiver sind als Funktions- und Wahrnehmungstrainings. Die Wirksamkeit von LRS-Förderprogrammen wird durch den Interventionsleiter und die Intensität der Förderung beeinflusst, aber nicht durch das Alter oder den Schweregrad der Betroffenheit. Empfehlungen für Praxis und zukünftige Forschung werden aufgezeigt.

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Zur Wirksamkeit körperorientierter Therapieverfahren bei der Behandlung hyperaktiver Störungen: Ergebnisse einer kontrollierten Pilotstudie

Fragestellung: Zur Effektivität körperorientierter Therapieverfahren bei hyperkinetischen Störungen liegen bisher kaum methodisch gut kontrollierte Studien vor. Ziel der Arbeit war die Prüfung der differentiellen Wirksamkeit eines an kindliche Bedürfnisse angepassten Yoga Trainings im Vergleich zu einem herkömmlichen Bewegungstraining. Methodik: Bei 19 Kindern mit klinischer Diagnose einer hyperkinetischen Störung (nach ICD-10) wurden nach randomisierter Gruppenzuordnung im 2×2 cross-over Design die Trainingseffekte (Yoga vs. Bewegungstraining) anhand von Varianzanalysen mit Messwiederholung geprüft. Ergebnisse: Es zeigte sich eine deutliche Überlegenheit des Yoga Trainings sowohl hinsichtlich der Verbesserungen der Testleitungen im Dortmunder Aufmerksamkeitstest (DAT) als auch bei der Reduktion der hyperkinetischen Symptomatik im standardisiert erhobenen Elternurteil mit Effektstärken (ES) im mittleren bis hohen Bereich (ES = 0.60–0.97). Bei Trainingsende lagen die Gruppenmittelwerte im unauffälligen Bereich und unterschieden sich nicht bedeutsam von den Werten einer repräsentativen Vergleichsstichprobe. Kinder mit Methylphenidat Behandlung profitierten mehr vom Training und zeigten aufgrund höherer Ausgangswerte zu Studienbeginn deutlichere Symptomverbesserungen als Kinder ohne pharmakologische Unterstützung. Schlussfolgerungen: Die Befunde der Pilotstudie legen nahe, dass Yoga als Intervention oder begleitende Therapie bei hyperkinetischen Störungen erfolgreich eingesetzt werden kann. Sie fordern dazu auf, die Wirksamkeit körperorientierter Therapieverfahren bei der Behandlung hyperaktiver Störungen in weiteren Studien systematisch zu prüfen.

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