Effektive Förderung rechenschwacher Kinder
E. Ise, K. Dolle, S. Pixner & G. Schulte-Körne (2012)
Kindheit und Entwicklung 21(3), 181-192
Zusammenfassung
Kinder und Jugendliche mit schwachen Rechenfertigkeiten sind nicht nur in der Schule, sondern auch im täglichen Leben vielfältig beeinträchtigt. Eine effektive Förderung ist daher dringend notwendig. In der vorliegenden Metaanalyse wurden Studien, in denen die Wirksamkeit von Förderprogrammen bei deutschsprachigen Kindern mit schwachen Rechenleistungen untersucht wurde, systematisch zusammengefasst. Insgesamt zehn Experimental-Kontrollgruppen-Vergleiche aus acht Interventionsstudien mit 328 Kindern konnten in die Auswertung eingeschlossen werden. Die mittlere Effektstärke der Studien war mittelgroß (g’ = 0.50). Eine Subgruppenanalyse zeigte keine Wirksamkeitsunterschiede zwischen curricularen und nicht-curricularen Förderansätzen. Weitere Subgruppenanalysen zeigten, dass der Fördereffekt durch das Setting, den Interventionsleiter, sowie durch Dauer und Umfang der Förderung moderiert wird. Langfristige Effekte konnten nicht metaanalytisch ausgewertet werden. Es gibt jedoch empirische Evidenz für langfristige Transfereffekte bei nicht-curricularen Förderansätzen.
Kategorien: Teilleistungsstörungen
Schlagwörter: Rechenschwäche, Dyskalkulie, Metaanalyse, Förderung, Behandlung
