Affektregulation und Psychopathologie bei Frauen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung
R. Andersen, N. Timmerby & E. Simonsen (2012)
Danish Medical Journal; 59(11) : A4521
Zusammenfassung
Einleitung: Eine Dysfunktion der Affektregulation ist ein hervorstechendes Merkmal, das Verhaltens- und zwischenmenschliche Erfahrungsbereiche erheblich beeinträchtigt und einem großen Teil der Psychopathologie bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) zugrunde liegt. Bislang wurde jedoch keine Studie veröffentlicht, die die psychometrischen Eigenschaften der übersetzten dänischen Version von Selbstbeurteilungsinstrumenten untersucht, die für die verschiedenen Aspekte und Dimensionen der bei BPS verbreiteten Störung der Affektregulation sensitiv sind.
Material und Methoden: Diese Studie umfasste eine Gruppe von Frauen mit diagnostizierter BPS (n = 29) sowie eine Vergleichsgruppe gesunder Personen (n = 29), die mittels Selbstbeurteilungsinstrumenten Psychopathologie sowie das Ausmaß affektiver Instabilität, Aggression, Impulsivität und Alexithymie angaben.
Ergebnisse: Unsere Ergebnisse zeigten, dass Frauen mit BPS eine ausgeprägte Psychopathologie aufweisen und mittels Selbstbeurteilungsinstrumenten signifikant höhere Ausprägungen von Dysfunktionen in einzelnen Komponenten der Affektregulation berichten als die Vergleichsgruppe gesunder Personen. Unsere Ergebnisse lieferten zudem teilweise Unterstützung für die psychometrische Angemessenheit und klinische Relevanz der übersetzten dänischen Version der Instrumente zur Erfassung der Affektregulation.
Schlussfolgerung: Der durch unsere Ergebnisse angezeigte normative Referenzbereich macht die Instrumente als praktisches Beurteilungswerkzeug nutzbar.
Kategorien: Persönlichkeitsstörungen
