Effekt akuter körperlicher Aktivität auf exekutive Funktionen bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Y.-K. Chang et al. (2012)

Archives of Clinical Neuropsychology 27(2), 225-237

Zusammenfassung

Diese Studie wurde durchgeführt, um den Effekt akuter aerober körperlicher Aktivität auf exekutive Funktionen bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zu bestimmen. Vierzig Kinder mit ADHS wurden zufällig einer Trainings- oder Kontrollgruppe zugeteilt. Die Teilnehmer der Trainingsgruppe absolvierten 30 Minuten lang ein aerobes Training mittlerer Intensität, während die Kontrollgruppe ein Video zum Thema Laufen/Training ansah. Neuropsychologische Aufgaben, der Stroop-Test und der Wisconsin Card Sorting Test (WCST), wurden vor und nach jeder Behandlung erhoben. Die Ergebnisse zeigten, dass akute körperliche Aktivität die Leistung im Stroop-Test verbesserte, insbesondere in der Stroop-Farb-Wort-Bedingung. Darüber hinaus zeigten Kinder in der Trainingsgruppe Verbesserungen bei bestimmten WCST-Leistungsmaßen, nämlich nicht-perseverativen Fehlern und abgeschlossenen Kategorien, während in der Kontrollgruppe keine entsprechenden Effekte gefunden wurden. Vorläufige Erklärungen für den Trainingseffekt gehen davon aus, dass körperliche Aktivität Aufmerksamkeitsressourcen mobilisiert, den dorsolateralen präfrontalen Kortex beeinflusst und an der trainingsinduzierten Dopaminfreisetzung beteiligt ist. Diese Befunde sind vielversprechend; weitere Untersuchungen zur Wirksamkeit körperlicher Aktivität auf exekutive Funktionen bei Kindern mit ADHS werden angeregt.

Kategorien: ADHS bei Kindern

Schlagwörter: Körperliche Aktivität, exekutive Kontrolle, kognitive Funktion, psychische Störung, psychische Gesundheit

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