ADHS im Kindesalter - Was muss der HNO-Arzt wissen?

J. Gehrmann & A. Brandl (2013)

HNO 61(7), 627-636

Zusammenfassung

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) betrifft weltweit etwa 5% aller Kinder und Jugendlicher nach den Kriterien des DSM-IV (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders). ADHS ist multifaktoriell bedingt mit einem hohen Einfluss genetischer, aber auch exogener und psychosozialer Faktoren. Die Kernsymptomatik umfasst Beeinträch- tigungen der Aufmerksamkeit, der Aktivität im Sinne einer Hyperaktivität und eine Störung der Impulskontrolle. Wichtig ist, dass die Symptomatik vor dem 6. Lebensjahr begonnen hat und in mehreren Situationen, wie Schule und Familie, nachweisbar ist. ADHS ist eine dimen- sionale Störung, d. h. die Diagnostik ist zeitaufwendig und umfasst eine körperlich-neurolo- gische Untersuchung, Verhaltensbeobachtungen und differenzierte testpsychologische Unter- suchungen. Im HNO-ärztlichen Bereich stellt ADHS eine der wichtigen Differenzialdiagno- sen einer auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) neben Lese- und Rechtschreibstörungen sowie Sprachentwicklungsstörungen dar. Bei zusätzlichen Verhaltens- problemen bzw. höherem Schweregrad der Symptomatik empfiehlt sich eine Überweisung zu einem spezialisierten Kinderarzt bzw. Kinder- und Jugendpsychiater, bei dem dann ggf. auch eine entsprechende Beratung und Behandlung erfolgen kann.

Kategorien: ADHS bei Kindern

Schlagwörter: Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung, Komorbide Störungen, Multimodale Therapie, Stimulanzien

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