Reliabilität und Validität der Wender-Utah-Rating-Scale-Kurzform. Retrospektive Erfassung von Symptomen aus dem Spektrum der Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung
P. Retz-Junginger, W. Retz, D. Blocher, R.-D. Stieglitz, T. Georg, T. Supprian, P. H. Wender & M. R& (2003)
Der Nervenarzt, Band 74, Ausgabe 11, pp 987-993
Zusammenfassung
Die Diagnosestellung einer Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) beim Erwachsenen erfordert in der Regel auch die retrospektive Erfassung kindlicher Krankheitssymptome. Die Wender-Utah-Rating-Scale (WURS) ist eine hierfür entwickelte Selbstbeurteilungsskala, die für den deutschen Sprachraum in einer Kurzversion (WURS-k) vorliegt. Die durchgeführte ROC-Analyse ergab bei einem Cut-off-Wert von 30 Punkten eine Sensitivität von 85% und eine Spezifität von 76%. Alle 7 an einer ADHS-Population extrahierten Faktoren der WURS-k (Emotionalität, Impulsivität, Unreife Persönlichkeitseigenschaften und Verhaltensweisen, Protestverhalten, Konzentrationsstörungen/Überaktivität, Störung der sozialen Adaptation und Schulerfolg) tragen zur diagnostischen Differenzierung bei und unterscheiden sich bezüglich ihrer diagnostischen Güte nicht wesentlich. Die signifikanten Korrelationen der WURS-k mit der Skala Impulsivität des Impulsivitätsfragebogens sowie den Merkmalsbereichen Erregbarkeit, Aggressivität, emotionale Labilität und Lebenszufriedenheit des revidierten Freiburger Persönlichkeitsinventars belegen unter Zugrundelegung der Persistenz der ADHS-Symptomatik bei 30%–50% der Betroffenen die Validität des Verfahrens. Die Split-half-Reliabilität beträgt r12=0,85 und Cronbachs α als Maß für die innere Konsistenz α=0,91.
Zum Online-Test: "Wender-Utah-Rating-Scale (WURS-k)".
Kategorien: Psychologische Tests
Schlagwörter: ADHS, WURS-k, ROC-Analyse, Gütekriterien
