"Neglekt" bei der Aufmerksamkeitsdefizit-und-Hyperaktivitäts-Störung
A. Streeck-Fischer (2006)
Psychotherapeut 51(2), 80-90
Zusammenfassung
Er sei ein Aufmerksamkeitsdefizit-und-Hyperaktivitäts-Störung-(ADHS-)Kind. Er könne sich auf nichts richtig einlassen und könne auch nicht richtig spielen. Zu hause gebe es große Machtkämpfe mit viel Gebrüll. Er habe keine Freunde, sitze meistens allein am Computer, sonst habe er keine Interessen. Er leide unter Schlafstörungen, schlafe nur mit Licht, komme oft ins Bett der Eltern; hier mache er richtig „Ramba Zamba“. Was ist mit diesem Kind? Ist es nur unerzogen? Hat es Angst – in der Schule und allein? Leidet es unter der Trennung? Oder liegt vielleicht ein genetisches Entwicklungsproblem vor? Es wird dem eigentümlichen „Neglekt“ nachgegangen, der sich mit der Diagnose eines ADHS verbindet. Einseitige Betrachtungsweisen haben implizit mit diesem Störungsbild zu tun, das einlädt, die vorliegende Entwicklungsstörung in ihrer psychischen kognitiven und körperlichen Komplexität zu vernachlässigen. Bei kritischer Betrachtung biomedizinischer und psychodynamischer Modelle wird deutlich, dass es weiter führende Konzepte und Forschungsergebnisse gibt, die nicht nur die Problematik des Störungsbildes erhellen, sondern hilfreich für die Therapie dieser Kinder sind. Auf die Besonderheiten einer psychodynamischen Entwicklungstherapie wird ausführlicher eingegangen.
Kategorien: ADHS Allgemein
Schlagwörter: Aufmerksamkeitsdefizit-und-Hyperaktivitäts-Störung, Neglekt, Entwicklungsstörung, Psychodynamik, Psychotherapie
