Emotionale Labilität: Der diskriminative Wert bei der Diagnose der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung im Erwachsenenalter
Raquel Vidal, Sergi Valero, Mariana Nogueira, Gloria Palomar, Montse Corrales, Vanesa Richarte, Rosa (2014)
Comprehensive Psychiatry
Zusammenfassung
Ziel: Ziel dieser Studie ist es, den diskriminativen Wert emotionaler Labilität (EL) bei der Diagnose von Erwachsenen mit ADHS zu beurteilen.
Methoden: Eine Gruppe von Erwachsenen, die die DSM-IV-Diagnosekriterien für ADHS erfüllten (n = 589), eine klinische Kontrollgruppe (n = 138) und eine Kontrollgruppe aus der Allgemeinbevölkerung (n = 98) wurden hinsichtlich ihrer EL-Werte verglichen. Zur Auswahl der Probanden wurden SCID-I, SCID-II und CAADID eingesetzt. Zur Beurteilung der EL wurde die spezifische EL-Subskala der Conners Adult ADHD Rating Scale (CAARS) verwendet.
Ergebnisse: Zur Untersuchung des Zusammenhangs zwischen EL, ADHS und Komorbidität wurde eine Kovarianzanalyse durchgeführt. Sowohl der Gruppenfaktor (ADHS-, klinische oder Bevölkerungsgruppe) als auch der Komorbiditätsfaktor (Vorliegen oder Fehlen anderer psychiatrischer Störungen als ADHS) zeigten einen signifikanten Einfluss auf die Intensität der EL (Gruppe: F = 81,78, p = 0,000; Komorbidität: F = 25,48, p = 0,000). Für die Interaktion Gruppe × Komorbidität fanden sich jedoch keine signifikanten Unterschiede (F = 1,006, p = 0,366). EL zeigte bei der Unterscheidung zwischen ADHS-Patienten und Personen mit anderen psychiatrischen Störungen eine Sensitivität von 87,1 % und eine Spezifität von 46,6 %.
Schlussfolgerung: EL steht spezifisch mit ADHS in Zusammenhang, und dieser Zusammenhang lässt sich nicht durch das Vorliegen anderer psychiatrischer Störungen erklären. Komorbide Störungen sind lediglich mit einer höheren Intensität der EL verbunden.
Kategorien: ADHS bei Erwachsenen, Diagnostik
Schlagwörter: ADHS, Diagnose, emotionale Labilität, Utah-Kriterien
