Möglicher Beitrag dopaminerger Genvarianten zu ADHS-Kernmerkmalen und Komorbidität: Eine Studie an Probanden aus Ostindien
Subhamita Maitra, Kanyakumarika Sarkar, Paramita Ghosh, Arijit Karmakar, Animesh Bhattacharjee, Swag (2014)
Cellular and Molecular Neurobiology 34(4), 549-564
Zusammenfassung
Die Assoziation dopaminerger Gene, insbesondere von Rezeptoren und Transportern, mit der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wurde weltweit untersucht, da Dopamin (DA) für verschiedene physiologische Funktionen wie Aufmerksamkeit, Kognition und motorische Aktivität bedeutsam ist. Dennoch ist die Ätiologie der ADHS bis heute ungeklärt. Wir untersuchten den Zusammenhang funktioneller Varianten des DA-Rezeptors 2 (rs1799732 und rs6278), des Rezeptors 4 (Exon-3-VNTR und rs914655) und des Transporters (rs28363170 und rs3836790) mit Hyperaktivität, kognitiven Defiziten und komorbiden Störungen bei Probanden aus Ostindien. Für die Rekrutierung von Kernfamilien mit ADHS-Probanden (N = 160) und ethnisch passenden Kontrollen (N = 160) wurden die Kriterien des Diagnostic and Statistical Manual for Mental Disorders-IV verwendet. Kognitive Defizite und hyperaktive Merkmale wurden mit Conners Eltern-/Lehrerbeurteilungsskala erfasst. Nach schriftlicher Einwilligung wurde peripheres Blut entnommen und zur Isolierung genomischer DNA verwendet. Genetische Polymorphismen wurden mit PCR-basierten Methoden und anschließenden populations- und familienbasierten statistischen Analysen untersucht. Zusammenhänge zwischen Genotypen, kognitiven/hyperaktiven Merkmalen und Komorbiditäten wurden mit der Software Multifactor Dimensionality Reduction (MDR) analysiert. Die Fall-Kontroll-Analyse zeigte statistisch signifikante Unterschiede für rs6278 und rs28363170 (P = 0,004 bzw. 1,332e−007), während die familienbasierte Analyse eine bevorzugte väterliche Übertragung des rs28363170-Allels „9R“ zeigte (P = 0,04). MDR-Analysen ergaben unabhängige Effekte von rs1799732, rs6278, rs914655 und rs3836790 bei ADHS. Zudem wurden signifikante unabhängige Effekte verschiedener Genorte auf kognitive/hyperaktive Merkmale und komorbide Störungen festgestellt. Zusammenfassend legen die Ergebnisse nahe, dass diese Genvarianten kognitive und hyperaktive Merkmale beeinflussen und dadurch die Krankheitsätiologie sowie die damit verbundenen komorbiden Merkmale mitbestimmen können.
Kategorien: ADHS Allgemein, Komorbiditäten
Schlagwörter: ADHS, dopaminerge Genvarianten, Phänotypen, Komorbiditäten
