Instabilität von Schlafmustern bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung
N. Gruber et al. (2000)
J. Am. Acad. Child Adolesc. Psychiatry, 39:4, 2000
Zusammenfassung
Ziel: Vergleich der Stabilität des Schlaf-Wach-Systems von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Kontrollkindern anhand objektiver und subjektiver Maße.
Methode: 38 Jungen im Schulalter mit diagnostizierter ADHS und 64 Kontrolljungen im Schulalter wurden über fünf aufeinanderfolgende Nächte mit aktigrafischer Überwachung und Schlaftagebüchern untersucht.
Ergebnisse: In der ADHS-Gruppe zeigte sich im Vergleich zur Kontrollgruppe eine erhöhte Instabilität von Einschlafzeitpunkt, Schlafdauer und tatsächlicher Schlafzeit. Eine Diskriminanzanalyse ergab, dass die Gruppenzugehörigkeit der Kinder (ADHS vs. Kontrolle) anhand der Schlafmaße signifikant vorhergesagt werden konnte.
Schlussfolgerungen: Die Befunde stützen die Hypothese, dass eine Instabilität des Schlaf-Wach-Systems ein Merkmal von Kindern mit ADHS ist. Angesichts möglicher negativer Auswirkungen gestörten oder instabilen Schlafs auf die Funktionsfähigkeit am Tag wird eine umfassende Schlafdiagnostik empfohlen, wenn eine Schlafstörung vermutet wird oder Symptome vorliegen, die mit Tagesschläfrigkeit oder vermindertem Aktivierungsniveau zusammenhängen.
Kategorien: Komorbiditäten
Schlagwörter: Aufmerksamkeitsdefizitstörung, Schlaf, Aktigrafie, Instabilität
