Die Punkte verbinden: Eine Übersicht zu MRT-Studien der Ruhezustandskonnektivität bei Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung
Jonathan Posner, Christine Park, Zhishun Wang (2014)
Neuropsychology Review 24(1), 3-15
Zusammenfassung
Psychopathologie wird zunehmend aus einer Netzwerkperspektive betrachtet, nach der eine Störung nicht aus umschriebenen Anomalien einzelner Hirnregionen hervorgeht, sondern aus Beeinträchtigungen verteilter neuronaler Netzwerke. Dieser Fokus auf neuronale Schaltkreise hat der funktionellen MRT der Ruhezustandskonnektivität (rs-fcMRI) eine zunehmend wichtige Rolle bei der Aufklärung der Pathophysiologie einschließlich der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) gegeben. Anders als viele andere MRT-Verfahren, die sich auf Eigenschaften einzelner Hirnregionen konzentrieren, misst rs-fcMRI die Kohärenz neuronaler Aktivität über anatomisch voneinander entfernte Hirnregionen hinweg und untersucht damit Konnektivität und Organisation neuronaler Schaltkreise. In dieser Übersichtsarbeit stellen wir die für rs-fcMRI-Untersuchungen verfügbaren Methoden einschließlich ihrer jeweiligen Vor- und Nachteile dar. Anschließend fassen wir Befunde bestehender rs-fcMRI-Studien zu ADHS zusammen, mit Schwerpunkt auf den an der Störung beteiligten neuronalen Netzwerken, insbesondere dem Default-Mode-Netzwerk, dem Netzwerk der kognitiven Kontrolle und kortiko-striato-thalamo-kortikalen Schleifen. Abschließend schlagen wir zukünftige Forschungsrichtungen vor, die weitere rs-fcMRI-Forschung bei ADHS voranbringen könnten.
Kategorien: ADHS Allgemein
Schlagwörter: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, funktionelle Konnektivität, Default-Mode-Netzwerk, Netzwerk der kognitiven Kontrolle, Striatum
