Drogenpräferenzen bei Konsumenten illegaler Drogen mit kindlicher Tendenz zu Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung: Eine Studie mit der Wender Utah Rating Scale in einem japanischen Gefängnis

TOSHIHIKO MATSUMOTO, AKIKO YAMAGUCHI, TAKESHI ASAMI, ATSUSHI KAMIJO, EIZO ISEKI, YOSHIO HIRAYASU, KI (2005)

Psychiatry and Clinical Neurosciences 59(3), 311-318

Zusammenfassung

Ziel dieser Studie war es, den Zusammenhang zwischen kindlichen Tendenzen zu einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und dem Missbrauch illegaler Drogen bei japanischen Strafgefangenen zu klären und zu untersuchen, ob Drogenkonsumenten mit ADHS Methamphetamin (MAP) gegenüber anderen illegalen Drogen bevorzugen. Die japanische Version der Wender Utah Rating Scale (WURS), ein Selbstbeurteilungsinstrument zur retrospektiven Erfassung kindlicher ADHS-Tendenzen, wurde 413 Gefangenen ohne Drogenabhängigkeit und 282 Gefangenen mit Drogenabhängigkeit (192 MAP, 53 Toluol und 37 Cannabis) vorgelegt. Die WURS-Werte wurden zwischen Gefangenen mit und ohne Drogenabhängigkeit sowie zwischen MAP-, Toluol- und Cannabiskonsumenten verglichen. Gefangene mit Drogenabhängigkeit wiesen signifikant höhere WURS-Werte auf als Gefangene ohne Abhängigkeit (P < 0,001). Toluolkonsumenten zeigten signifikant höhere WURS-Werte als Cannabiskonsumenten (P < 0,001) und einen höheren Anteil von Personen mit Werten oberhalb des Cut-offs als MAP- oder Cannabiskonsumenten (P = 0,005). Zusammenfassend bestand ein enger Zusammenhang zwischen dem Missbrauch illegaler Drogen und kindlichen ADHS-Tendenzen. Drogenkonsumierende Gefangene mit ADHS-Tendenzen neigten nicht dazu, MAP gegenüber anderen illegalen Drogen zu bevorzugen.

Kategorien: Sucht

Schlagwörter: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, Methamphetamin, Strafgefangene, Wender Utah Rating Scale

This publication in English

Nach oben scrollen