Vergleich von tomografischem EEG-Neurofeedback und EMG-Biofeedback bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Stefano Maurizio, Martina Daniela Liechti, Hartmut Heinrich, Lutz Jäncke, Hans-Christoph Steinh (2014)

Biological Psychology 95, 31-44

Zusammenfassung

Zwei Formen des Biofeedbacks (BF), tomografisches Elektroenzephalogramm-(EEG-)Neurofeedback (NF) und elektromyografisches Biofeedback (EMG-BF), jeweils mit phasischen und tonischen Protokollen, wurden hinsichtlich Behandlungseffekten und Spezifität bei Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) verglichen. 13 Kinder mit ADHS trainierten ihre Hirnaktivität im anterioren cingulären Kortex (ACC), zwölf trainierten die Aktivität von Armmuskeln, die an feinmotorischen Fähigkeiten beteiligt sind. In jeder Trainingssitzung wurden ein 24-Kanal-Ruhe-EEG und die Trainingsleistungen aufgezeichnet. Beide Gruppen zeigten ähnliche Verhaltensverbesserungen und eine Verringerung von Artefakten unter ausgewählten Bedingungen; trotz mittlerer Effektstärken bei den primären Ergebnissen zugunsten des NF bestanden keine signifikanten Vorteile. Allerdings zeigte nur die EMG-BF-Gruppe eine deutliche Verbesserung der Regulationsleistung während des Trainings sowie spezifische Effekte auf die motorische Koordination. Die NF-Gruppe zeigte im Verlauf des Trainings tendenziell eine individuelle Normalisierung der trainierten Frequenzbänder im ACC im Ruhezustand. Die Ergebnisse liefern Hinweise auf einige spezifische Effekte in unserer kleinen Stichprobe, allerdings nur in begrenztem Ausmaß.

Kategorien: ADHS bei Kindern, Kognitives Training

Schlagwörter: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, ADHS, Neurofeedbacktraining, EMG-Biofeedback, anteriorer cingulärer Kortex, standardisierte niedrigauflösende elektromagnetische Tomografie (sLORETA), kontrollierte klinische Studie, spezifische Behandlungseffekte

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