Randomisierte klinische Zwei-Zentren-Studie zur integrierten psychosozialen Behandlung des unaufmerksamen ADHS-Typs
Linda J. Pfiffner, Stephen P. Hinshaw, Elizabeth Owens, Christine Zalecki, Nina M. Kaiser, Miguel Vi (2014)
Journal of Consulting and Clinical Psychology 82(6), 1115-1127
Zusammenfassung
Ziel: Diese Studie untersuchte die Wirksamkeit des Programms Child Life and Attention Skills (CLAS), einer verhaltensorientierten psychosozialen Behandlung, die über Elternhaus und Schule hinweg integriert ist, bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung vom unaufmerksamen Typ (ADHS-I).
Methode: In einer randomisierten kontrollierten Zwei-Zentren-Studie wurden 199 Kinder (7–11 Jahre) CLAS (N = 74), einer elternfokussierten Behandlung (PFT, N = 74) oder der üblichen Behandlung (TAU, N = 51) zugeteilt. Die Gruppen wurden nach der Behandlung und erneut im folgenden Schuljahr hinsichtlich Eltern- und Lehrerbeurteilungen von Unaufmerksamkeitssymptomen, Organisationsfähigkeiten, sozialen Fähigkeiten und globaler Verbesserung verglichen.
Ergebnisse: CLAS führte nach der Behandlung gegenüber sowohl PFT als auch TAU zu stärkeren Verbesserungen bei von Lehrkräften berichteter Unaufmerksamkeit, Organisationsfähigkeiten, sozialen Fähigkeiten und globaler Funktionsfähigkeit. Eltern von Kindern in CLAS berichteten nach der Behandlung stärkere Verbesserungen der Organisationsfähigkeiten als unter PFT sowie stärkere Verbesserungen bei allen Ergebnissen gegenüber TAU. Unterschiede zwischen CLAS und TAU blieben bei der Nachuntersuchung für die meisten von Eltern berichteten Maße bestehen, waren für von Lehrkräften berichtete Ergebnisse jedoch nicht signifikant.
Schlussfolgerungen: Diese Befunde erweitern die Evidenz für CLAS über zwei Studienstandorte hinweg und zeigen, dass die Integration von Eltern-, Lehrer- und Kindkomponenten, die spezifisch an ADHS-I angepasst sind, einem reinen Elterntraining und der üblichen Versorgung überlegen ist. Die direkte Einbeziehung von Lehrkräften und Kindern in CLAS scheint die Effekte in Schule und Elternhaus zu verstärken und unterstreicht die Bedeutung einer Koordination der Eltern-, Lehrer- und Kindkomponenten für settingsübergreifende Effekte auf Symptome und Beeinträchtigungen bei ADHS-I.
Kategorien: Psychotherapie
Schlagwörter: ADHS vom unaufmerksamen Typ, Verhaltensintervention, Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus
