Medikamentenpausen bei ADHS-Medikation: Internationale Erfahrungen aus den vergangenen vier Jahrzehnten
K. Ibrahim, P. Donyai (2014)
Journal of Attention Disorders
Zusammenfassung
Ziel: ADHS wird mit wirksamen Stimulanzien behandelt, die jedoch das Wachstum verzögern können. Verordnende Ärzte sollten Kinder idealerweise überwachen und versuchsweise eine „Medikamentenpause“ einlegen, um ein Aufholwachstum zu ermöglichen. Ziel war es, die Erfahrungen mit Medikamentenpausen bei ADHS-Medikation von Kindern und Jugendlichen zusammenzutragen.
Methode: Eine umfassende Literaturrecherche identifizierte 22 Studien, die zwischen 1972 und 2013 veröffentlicht wurden.
Ergebnisse: Medikamentenpausen werden in 25 bis 70 % der Familien praktiziert und finden häufiger während der Schulferien statt. Sie dienen dazu zu prüfen, ob die Medikation weiterhin erforderlich ist, und werden außerdem zur Behandlung von Nebenwirkungen und Arzneimitteltoleranz erwogen. Die Auswirkungen von Medikamentenpausen wurden hinsichtlich Nebenwirkungen und ADHS-Symptomen berichtet. Es gab Hinweise auf positive Effekte längerer Medikamentenunterbrechungen auf das Wachstum von Kindern; kürzere Pausen konnten Schlaflosigkeit vermindern und den Appetit verbessern.
Schlussfolgerung: Medikamentenpausen von ADHS-Medikamenten können ein nützliches Instrument mit mehreren Zwecken sein: Beurteilung, Behandlung, Prävention und Aushandlung.
Kategorien: Medikamente
Schlagwörter: ADHS, Medikamentenpause, Medikation, Kinder, Jugendliche
