Einfluss von Omega-3-Fettsäuren auf die menschliche Gesundheit
E. Hutterer (2009)
http://othes.univie.ac.at/3811/
Zusammenfassung
Omega-3-Fettsäuren gehören zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren, deren wichtigsten Vertreter die Linolensäuren, DHA sowie EPA sind. Bekannt wurden Omega-3-Fettsäuren durch ihre kardioprotektive Wirkung, als vor rund 50 Jahren bei den Eskimos Grönlands eine extrem niedrige Inzidenz von CHD beobachtet werden konnte. Diese Beobachtung wurde auf den hohen Konsum der Omega-3-Fettsäuren zurückgeführt. Ihre kardioprotektive Wirkung wurde durch neuere Studien wie die GISSIP und DART belegt. Allerdings wurden auch Studien veröffentlicht, die diese Effekte nicht bestätigen konnten z.B. die EURAMIC-Studie, Physicians’ Health Study oder DART 2. Auch Studien an Bevölkerungsgruppen, die ebenfalls einen hohen Fischverzehr aufweisen, so Japan und Norwegen, konnten die Wirkung, nicht verifizieren, da sich der Lebensstil, der ein höheres Risiko an CHD zu erkranken mit sich bringt, verändert hat. Die bekannten Wirkungsmechanismen auf CHD sind die Senkung der Arrhythmieneigung, die entzündungshemmende Wirkung durch Beeinflussung der AA-Kaskade, die Plaquestabilisierung, der positive Einfluss auf die endotheliale Funktion und die triglycerid- und blutdrucksenkende Wirkung. Die positiven Effekte der Omega-3-Fettsäuren scheinen auf bestimme Gruppen, wie Patienten nach einem MI, beschränkt zu sein. Durch neue Forschung konnten weitere Gebiete, auf die Omega-3-Fettsäuren einen Einfluss haben können, gefunden werden. Die Bedeutung der Omega-3-Fettsäuren für die Entwicklung von Kindern ist durch die Beobachtung, dass das Gehirn und Auge bedeutende Mengen an Omega-3- Fettsäuren enthalten, begründet. Omega-3-Fettsäuren scheinen eine essentielle Rolle in der fetalen und kognitiven Entwicklung von Kindern zu haben. Zudem wurde ein Mangel an DHA mit Störungen der visuellen Funktion in Verbindung gebracht. Es konnte aber keine konsistenten Beweise in Bezug auf Omega-3- Fettsäuren und ARMD und RP gefunden werden. Ein weiteres Teilgebiet ist die Krebsforschung. Allerdings wurden keine signifikanten Beweise auf die Inzidenz von Krebserkrankungen und Omega-3- Fettsäuren gefunden. Auch die möglichen Wirkungsmechanismen wie beispielsweise die Unterdrückung der COX-2 und Verminderung des NF-kB sind schwer festzustellen, da Krebs eine sehr komplexe Erkrankung ist und Genmutation, die über Jahrzehnte entstehen, einen Einfluss haben. Eine neue therapeutische Substanzgruppe wurde mit den Omega-3-Fettsäuren im psychiatrischen Bereich bei der Behandlung affektiven Erkrankungen, Schizophrenie, Demenz, Schlafstörungen und ADHS gefunden. Die positiven Effekte der Supplementierung bei der Reduzierung des Erkrankungsrisikos und bei der Behandlung der Symptome sind jedoch nicht klar. Durch Beeinflussung der AA-Kaskade können die Metabolite wie Prostaglandine und Leukotriene, die bei degenerativen Erkrankungen beispielsweise Asthma, rheumatischer Arthritis oder entzündliche Darmerkrankungen eine wichtige Rolle spielen, verändert werden. Es ist allerdings nicht bekannt, ob es dadurch zu einer signifikanten Reduktion der klinischen Symptome kommt. In manchen Bereichen sind noch groß angelegte Studien notwendig um die Wirkungen der Omega-3-Fettsäuren vollständig zu klären.
Kategorien: Medikamente
Schlagwörter: Omega-3-Fettsäuren, kardiovaskuläre Erkrankungen, Eicosanoide, Krebs, fetale und kognitive Entwicklung, mentale Gesundheit, Entwicklung der Retina, Degenerative Erkrankungen
