Die internationale Konsenserklärung der World Federation of ADHD: 208 evidenzbasierte Schlussfolgerungen über die Störung
Stephen V Faraone, Tobias Banaschewski, David Coghill, Yi Zheng, Joseph Biederman, Mark A Bellgrove, Jeffrey H Newcorn, Martin Gignac, Nouf M Al Saud, Iris Manor, Luis Augusto Rohde, Li Yang, Samuele Cortese, Doron Almagor, Mark A Stein, Turki H Albatti, Haya F Aljoudi, Mohammed M J Alqahtani, Philip Asherson, Lukoye Atwoli, Sven Bölte, Jan K Buitelaar, Cleo L Crunelle, David Daley, Søren Dalsgaard, Manfred Döpfner, Stacey Espinet, Michael Fitzgerald, Barbara Franke, Manfred Gerlach, Jan Haavik, Catharina A Hartman, Cynthia M Hartung, Stephen P Hinshaw, Pieter J Hoekstra, Chris Hollis, Scott H Kollins, J J Sandra Kooij, Jonna Kuntsi, Henrik Larsson, Tingyu Li, Jing Liu, Eugene Merzon, Gregory Mattingly, Paulo Mattos, Suzanne McCarthy, Amori Yee Mikami, Brooke S G Molina, Joel T Nigg, Diane Purper-Ouakil, Olayinka O Omigbodun, Guilherme V Polanczyk, Yehuda Pollak, Alison S Poulton, Ravi Philip Rajkumar, Andrew Reding, Andreas Reif, Katya Rubia, Julia Rucklidge, Marcel Romanos, J Antoni Ramos-Quiroga, Arnt Schellekens, Anouk Scheres, Renata Schoeman, Julie B Schweitzer, Henal Shah, Mary V Solanto, Edmund Sonuga-Barke, César Soutullo, Hans-Christoph Steinhausen, James M Swanson, Anita Thapar, Gail Tripp, Geurt van de Glind, Wim van den Brink, Saskia Van der Oord, Andre Venter, Benedetto Vitiello, Susanne Walitza, Yufeng Wang (2021)
Neuroscience & Biobehavioral Reviews 128, 789-818
Zusammenfassung
Hintergrund: Fehlvorstellungen über ADHS stigmatisieren Betroffene, mindern die Glaubwürdigkeit von Behandelnden und verhindern oder verzögern eine Behandlung. Um solchen Fehlvorstellungen entgegenzutreten, stellten wir Befunde mit einer starken Evidenzbasis zusammen. Methoden: Wir prüften Studien mit mehr als 2.000 Teilnehmenden oder Metaanalysen aus mindestens fünf Studien beziehungsweise mit insgesamt mindestens 2.000 Teilnehmenden. Ausgeschlossen wurden Metaanalysen, die keinen Publikationsbias untersuchten; ausgenommen waren Metaanalysen zur Prävalenz. Bei Netzwerk-Metaanalysen verlangten wir vergleichsadjustierte Funnel-Plots. Behandlungsstudien mit Wartelisten- oder Treatment-as-usual-Kontrollgruppen wurden ausgeschlossen. Aus dieser Literatur leiteten wir evidenzbasierte Aussagen über die Störung ab. Ergebnisse: Wir erarbeiteten 208 empirisch gestützte Aussagen über ADHS. Die Einordnung dieser Aussagen als empirisch gestützt wurde von 80 Autorinnen und Autoren aus 27 Ländern und sechs Kontinenten bestätigt. Der Inhalt des Manuskripts wird von 403 Personen unterstützt, die das Dokument gelesen haben und seinem Inhalt zustimmen. Schlussfolgerungen: Zahlreiche Befunde zu ADHS werden durch Metaanalysen gestützt. Sie erlauben belastbare Aussagen über Wesen, Verlauf, Folgen, Ursachen und Behandlung der Störung, die dazu beitragen können, Fehlvorstellungen und Stigmatisierung zu verringern.
Kategorien: ADHS Allgemein, Diagnostik, Therapie
Schlagwörter: ADHS, Diagnostik, Therapie, Genetik, Stigmatisierung
