Unterscheidet sich der unaufmerksame Subtyp der ADHS vom kombinierten/hyperaktiven Subtyp?
N. Grizenko, M. Paci, R. Joober (2009)
Journal of Attention Disorders 13(6), 649-657
Zusammenfassung
Ziel: Vergleich des kombinierten/hyperaktiven ADHS-Subtyps (ADHS/CH) mit dem unaufmerksamen ADHS-Subtyp (ADHS/I) hinsichtlich Komorbidität, Behandlungsansprechen und möglicher ätiologischer Faktoren.
Methode: Insgesamt wurden 371 klinisch überwiesene Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren mit diagnostizierter ADHS für eine doppelblinde, placebokontrollierte Methylphenidatstudie rekrutiert. Für alle Teilnehmenden wurden Komorbidität, Behandlungsansprechen und Stress während der Schwangerschaft erfasst. Für die Gene DAT, DRD4 und 5-HTT erfolgte eine Genotypisierung. Die Mütter berichteten über Rauchen oder Alkoholkonsum während der Schwangerschaft sowie über das Geburtsgewicht ihres Kindes.
Ergebnisse: Kinder mit ADHS/CH zeigten sowohl eine höhere Häufigkeit von Störungen des Sozialverhaltens als auch ein gutes Behandlungsansprechen, waren während der Schwangerschaft ihrer Mütter häufiger moderatem Stress ausgesetzt und wiesen häufiger den L/L-Genotyp der mit 5-HTT verknüpften polymorphen Region auf.
Schlussfolgerung: Die signifikanten Unterschiede zwischen den Subtypen ADHS/CH und ADHS/I werfen die Möglichkeit auf, dass es sich um getrennte Störungen handeln könnte.
Kategorien: ADHS Allgemein, Diagnostik
Schlagwörter: ADHS-Subtypen, Behandlungsansprechen, Ätiologie
