Beurteilerdiskrepanzen bei der Erfassung internalisierenden/externalisierenden Verhaltens: Zusammenhänge zu Klassenstufe, Geschlecht und Erziehungsverhalten

Arnold Lohaus, Marc Vierhaus (2014)

Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische P 46(1), 1-10

Zusammenfassung

Die Studie untersucht den Zusammenhang zwischen Beurteilungsdiskrepanzen bei internalisierenden/externalisierenden Verhaltensproblemen im Kindes- und Jugendalter und dem Erziehungsverhalten. Sie basiert auf zwei Längsschnittstichproben, die von der zweiten bis zur vierten bzw. von der vierten bis zur sechsten Klasse befragt wurden. In jährlichen Abständen wurden internalisierende und externalisierende Probleme der Kinder sowohl von den Kindern selbst als auch von ihren Eltern eingeschätzt. Darüber hinaus wurde das Elternverhalten (Responsivität, behaviorale und psychologische Kontrolle) aus der Kinder- und der Elternperspektive erhoben. Es zeigte sich, dass sich in den Selbstberichten der Kinder ein höheres Ausmaß an Verhaltensproblemen widerspiegelt als in den Elternberichten. Bei den internalisierenden Problemen zeigte sich eine Abnahme der Diskrepanzen über das Alter hinweg. Beziehungen zwischen Verhaltensproblemen und dem Erziehungsverhalten ergaben sich vor allem in Bezug auf die psychologische Kontrolle. Wenn die Eltern sich als kontrollierend einschätzen, sind die Diskrepanzen geringer, während sie größer sind, wenn die Kinder ihre Eltern als kontrollierend wahrnehmen. Psychologisch kontrollierende Eltern mögen demnach besondere Aufmerksamkeit auf das Verhalten ihrer Kinder richten mit dem Ergebnis geringerer Beurteilungsdiskrepanzen. Kinder wiederum berichten möglicherweise mehr Problemverhalten, wenn sie sich unter strenger elterlicher Beobachtung erleben.

Kategorien: ADHS bei Kindern, Diagnostik

Schlagwörter: Beurteilerdiskrepanzen, Erziehungsverhalten, Internalisierendes und externalisierendes Verhalten, Geschlecht, Klassenstufe

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