Vorhersage des Behandlungsergebnisses mit Methylphenidat bei Erwachsenen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Wolfgang Retz, Petra Retz-Junginger (2014)

European Archives of Psychiatry and Clinical Neuroscience

Zusammenfassung

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine sehr häufige psychische Störung des Kindesalters, die oft bis ins Erwachsenenalter fortbesteht. Methylphenidat (MPH) gehört zu den wirksamsten Medikamenten zur Behandlung von ADHS, dennoch zeigen auch einige erwachsene Patienten kein ausreichendes Ansprechen auf dieses Medikament. In dieser Arbeit geben wir auf Grundlage einer systematischen Literaturrecherche einen Überblick über genetische, bildgebende, klinische und andere Studien, die versucht haben, Gründe für ein Nichtansprechen bei Erwachsenen mit ADHS zu identifizieren. Obwohl MPH eine etablierte Behandlung für Erwachsene mit ADHS ist, ist die Forschung zur Vorhersage des Behandlungsergebnisses bislang begrenzt und hat uneinheitliche Befunde erbracht. Verlässliche neurobiologische Marker für das Behandlungsansprechen wurden bisher nicht identifiziert. Einige klinische Studien deuten darauf hin, dass Komorbiditäten mit Substanzkonsumstörungen und Persönlichkeitsstörungen den Behandlungsverlauf und das Ergebnis beeinflussen. Da MPH in der Behandlung von Erwachsenen mit ADHS weit verbreitet ist, sind deutlich mehr Untersuchungen zu positiven und negativen Prädiktoren des langfristigen Behandlungsergebnisses erforderlich, um die pharmakologische Behandlung erwachsener ADHS-Patienten zu optimieren.

Kategorien: Medikamente

Schlagwörter: ADHS im Erwachsenenalter, Vorhersage, Methylphenidat, Ergebnis, Ansprechen

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